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Ausland

Warnung vor Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Haiti

Donnerstag, 9. Januar 2020

Blutspendezentrum des Roten Kreuzes in Port-Au-Prince, Haiti. /picture alliance

Berlin – Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti hat sich die medizinische Versorgung der Menschen erneut massiv verschlechtert.

„Die meisten medizinischen Organisationen haben das Land seither wieder verlassen und Haitis Gesundheitssystem steht angesichts der eskalierenden politischen und wirtschaft­lichen Krise erneut vor dem Zusammenbruch“, warnte Hassan Issa, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen. Die Hilfsorganisation hat heute einen Bericht zur gesundheitlichen Versorgung in dem Inselstaat herausgegeben.

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Das Beben hatte am 12. Januar 2010 Tausende Haitianer getötet, Millionen obdachlos ge­macht und 60 Prozent des schon zuvor schwachen Gesundheitssystems zerstört.

„Immer wieder werden auf Haiti Häuser, Felder und ganze Dörfer von tropischen Wirbel­stürmen, Trockenperioden oder Überschwemmungen heimgesucht“, berichtete auch Chris­tian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). So verwüstete Hurrikan Matthew 2016 erneut weite Teile des Karibikstaates.

Laut Ärzte ohne Grenzen wird der Alltag für die meisten Haitianer durch eine steigende Inflation, die schwierige Wirtschaftslage und regelmäßige Gewalt immer heikler. Die aktuelle Krise ausgelöst habe ein Benzinpreisanstieg im Juli 2018.

Seither kämpfe das haitianische Gesundheitssystem mit einem Mangel an Medikamenten, Blutkonserven, Sauerstoff für medizinische Zwecke, Benzin sowie mit fehlendem medizi­ni­schen Personal.

2019 kam es zu mehrmonatigen landesweiten Blockaden. Straßen wurden von Barrika­den aus brennenden Reifen, Kabeln und sogar über Nacht errichteten Mauern blockiert, so dass Krankenwagen, Patienten, Gesundheitspersonal und Transporte mit medizini­schen Hilfsgütern behindert wurden.

Im vergangenen Jahr hat eine Notfallklinik von Ärzte ohne Grenzen in Martissant in der Hauptstadt Port-au-Prince durchschnittlich 2.450 Patienten pro Monat behandelt. Zehn Prozent von ihnen hatten Schusswunden und andere gewaltbedingte Verletzungen. © hil/aerzteblatt.de

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