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Unterernährung bei Kindern ein unterschätztes Problem

Freitag, 10. Januar 2020

/Africa Studio, stock.adobe.com

München – Unterernährung bei Kindern ist in Deutschland der Stiftung Kindergesundheit zufolge ein unterschätztes Problem. „Beim Stichwort Untergewicht denkt man unwillkür­lich zuerst an die vielen Kinder in Entwicklungsländern, die unter Hunger und schlechten Lebensbedingungen leiden“, sagte Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel- und Ernährungsmedizin der Universitäts-Kinderklinik München und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit.

Dabei komme Untergewicht bei Kindern und Jugendlichen auch in Deutschland häufiger vor als meist angenommen. „Mit einem großen Unterschied: Das Untergewicht der Kinder in der Dritten Welt ist in aller Regel eine Folge von Armut und Unterernährung. Bei den Kindern hierzulande hat sie dagegen oft nichts mit einem Mangel an Nahrung zu tun: Sie ist häufig ein Begleitsymptom von länger dauernden oder chronischen Erkrankungen“, so Koletzko.

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Daten der vergangenen zwanzig Jahre zeigten, dass jedes dritte bis vierte Kind in euro­pä­ischen Krankenhäusern mäßig bis schwerwiegend mangelernährt sei, berichtete er. „Das ist ein Zustand, den wir Ärzte so nicht weiter hinnehmen dürfen“, so der Experte. Denn die Auswirkungen einer Mangelernährung seien bei Kindern noch gravierender als bei Erwachsenen.

Ein besonders hohes Risiko für einen schlechten Ernährungszustand haben laut der Stif­tung Frühgeborene. Auch Kinder mit angeborenen Herzfehlern, einer Mukoviszidose und verschiedenen Magen- und Darm­er­krank­ungen seien häufig betroffen.

Eine Mangelernährung in den ersten beiden Lebensjahren könne die Gehirnentwicklung und damit die intellektuelle Entfaltung behindern. Sie könne in den ersten fünf Lebens­jahren zudem das Immunsystem schwächen. Weitere mögliche Konsequenzen seien Wachstumsstörungen, eine verzögerte Geschlechtsreife, eine verzögerte Wundheilung, verminderte Knochendichte und Muskelmasse sowie Kleinwuchs.

Die Stiftung Kindergesundheit tritt für eine Förderung der Aus- und Weiterbildung im Bereich der Ernährungsmedizin ein, um die Kompetenz von Studierenden der Medizin, Ärzten und Pflegekräften zu erhöhen.

Zudem sollten alle Kinder und Jugendliche in den kinderärztlichen Praxen und Kliniken in regelmäßigen Abständen gewogen und gemessen werden. Außerdem sollte der Verlauf der Erkrankung dokumentiert und in jedem Entlassungsbrief aus der Klinik Angaben zum Ernährungszustand des Kindes gemacht werden, hieß es aus der Stiftung. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 12. Januar 2020, 16:28

@Naturfreund: Nicht gelesen?

Es geht nur zu einem ganz geringen Anteil um hungernde Kinder, sondern chronisch kranke Kinder mit "zehrenden Erkrankungen" oder Mala.bsorption. Herz- und lungenkranke Kindersind kachektisch als Erkrankungsfolge.
Mangelernährt sind auch Kinder, die ungefragt vegan ernährt werden.
Hartz-4-Kinder sind eher übergewichtig und fehlernährt. Und sanktioniert werden die auch nicht - Kindergeld und Unterhaltsvorschuss sind fast so hoch wie die H4-Leistungen für Alleinerziehende!
LNS
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