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Uniklinik zieht Angebot für insolventes Burgenlandklinikum zurück

Freitag, 10. Januar 2020

Universitätsklinikum Halle /dpa

Halle/Naumburg – Wenige Wochen vor der Entscheidung über die Zukunft des insolven­ten Burgenlandklinikums im Süden Sachsen-Anhalts ist die Uniklinik Halle aus dem Bie­terrennen ausgestiegen. Der Vorstand der Uniklinik habe ihn gestern Nachmittag über den Rückzug informiert, sagte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), am späten Abend.

Der Kreis hatte zuvor ein gemeinsames Angebot mit der Uniklinik für den Weiterbetrieb der Krankenhäuser in Naumburg und Zeitz abgegeben. „Nach sorgfältiger Bewertung der Risiken wollen wir das Projekt nicht weiterverfolgen“, begründete der Vorstandschef der Uniklinik, Thomas Moesta, in der Mitteldeutschen Zeitung die Entscheidung. Laut Bericht hatten Wirtschaftsprüfer die Zahlen des insolventen kommunalen Klinikums analysiert. Im Ergebnis seien die Risiken für das Uniklinikum zu hoch, sagte Moesta.

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Mit dieser Entscheidung ist auch der Burgenlandkreis als bisheriger Alleineigentümer aus dem Rennen. Der Kreis sei auf einen Partner angewiesen, sagte Landrat Ulrich. Wenn die Kommune die nötigen Beträge allein hätte aufbringen können, wäre es gar nicht zur In­solvenz gekommen. Das Burgenlandklinikum mit 1.500 Beschäftigten hatte im September Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither läuft die Suche nach einem neuen Geldgeber.

Anfang Dezember war bekannt geworden, dass die Uniklinik und der Landkreis ein ge­mein­sames Angebot abgegeben haben. Die Idee dafür sei einst von der Uniklinik ge­komm­en, sagte Ulrich weiter. „Ich halte sie nach wie vor für charmant.“ Das Land habe eine Mitverantwortung für die medizinische Grundversorgung und könne sich davon auch nicht zurückziehen.

Zahlreiche Landespolitiker, darunter Ge­sund­heits­mi­nis­terin Grimm-Benne, hatten die Op­tion begrüßt. Sie sprach sich gegen weitere Privatisierungen der wenigen verbliebenen kommunalen Krankenhäuser aus. Ein gemeinsames Angebot von Uniklinik und Kreis galt als einzige Möglichkeit, das Burgenlandklinikum in öffentlicher Hand zu halten.

Wer künftig die Geschicke leiten wird, ist offen. Die Entscheidung treffen die Gläubiger. Ende Januar soll der Gläubigerausschuss das beste Angebot auswählen. Nach früheren Angaben von Sachwalter Lucas Flöther sind mehrere Interessenten im Rennen. Namen nannte er mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, dass zwei Bieter übrig sind: Der SRH-Konzern mit Sitz in Heidelberg als frei-gemeinnütziger Träger, der unter anderem das Wald-Klinikum im ostthüringischen Gera betreibt. Und der Ameos-Konzern, der wegen seines Umgangs mit dem Personal an mehreren Standorten im Land heftig in der Kritik steht.

Der Ausgang des Verfahrens wird auch nach dem Ausstieg der Uniklinik genau beäugt. Mehrere Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt sind finanziell angeschlagen. Zuletzt appellier­te Ge­sund­heits­mi­nis­terin Grimm-Benne dafür, dass die kommunalen Häuser eine gemeinsame Dachlösung, etwa eine Holding, diskutieren oder über Fusionen nachdenken müssten.

Aus Sicht des Chefs der sachsen-anhaltischen Barmer-Versicherung, Axel Wiedemann, müssen die Diskussionen noch weiter gehen: „Kooperationen können nicht nur die Kran­kenhauslandschaft allein meinen“, sagte er. „Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser müssen sich gemeinsam Gedanken machen, wie die künftige Gesundheitsversorgung aussehen kann.“ © dpa/aerzteblatt.de

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