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Medizin

Fast jeder 3. Hongkonger zeigt Zeichen einer Belastungsstörung

Freitag, 10. Januar 2020

/hikdaigaku86, stock.adobe.com

Hongkong – Nach Monaten teilweise gewaltsamer Proteste zeigt einer Studie zufolge fast jeder 3. erwachsene Hongkonger Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Rund jeder 10. weise Symptome einer beginnenden Depression auf, heißt es in einer heute in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Studie (2020; doi: 10.1016/S0140-6736(19)33160-5). Die Zahlen ähneln den Wissenschaftlern der Universität Hongkong zufolge jenen in Kriegsgebieten oder nach Terroranschlägen.

1,9 Millionen der insgesamt 7,4 Millionen Hongkonger weisen demnach PTBS-Symptome auf – 6 Mal mehr als nach den letzten großen Demokratieprotesten in Hongkong im Jahr 2014. Im März 2015 waren demnach 5 % der Menschen betroffen, im September/November 2019 knapp 32 %.

Der Anteil der Menschen mit Anzeichen einer beginnenden Depression stieg von 2 % im Jahr 2014 auf rund 11 %. Hongkonger, die Onlinenetzwerke nutzen, um sich über die politischen Ereignisse zu informieren, haben der Studie zufolge zudem ein höheres Risiko, an Depression oder PTBS zu erkranken.

Den Wissenschaftlern zufolge könnten noch weitaus mehr Menschen betroffen sein, da die Studie Minderjährige nicht berücksichtigte. Diese machen jedoch einen großen Teil der Demonstranten aus.

„Hongkong hat zu wenige Ressourcen, um mit dieser übermäßigen Zahl psychisch Erkrankter fertig zu werden“, sagte der Mediziner Gabriel Leung, der die Studie mit leitete. Die Wissenschaftler werteten mehrere Umfragen aus den Jahren 2009 bis 2019 mit insgesamt 18.000 Befragten aus. Den Angaben zufolge handelt es sich um die weltweit größte und längste Studie zu den Auswirkungen sozialer Unruhen auf die psychische Gesundheit.

In Hongkong hatten vor knapp 7 Monaten Massenproteste gegen die pekingtreue Führung begonnen, die immer wieder in Gewalt umschlugen. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor, einige Protestteilnehmer warfen unter anderem Benzinbomben. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #735550
rp__bt
am Freitag, 10. Januar 2020, 17:55

Das wird's öfters geben.

Wie viele Prozent der Deutschen hatten zum Beispiel bei Kriegsende 1945 eine Belastungsstörung?
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