NewsPolitikPetition für mehr Personal in der Psychiatrie erfolgreich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Petition für mehr Personal in der Psychiatrie erfolgreich

Freitag, 10. Januar 2020

/Deutscher Bundestag, Lichtblick/Achim Melde (Archivbild)

Berlin – Eine Petition für ausreichend Personal in der Psychiatrie hat das notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften überschritten. Der Bundestag muss sich nun erneut mit dem Thema auseinandersetzen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Psy­chiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) heute hingewiesen.

Die vom Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) im Sep­tember 2019 beim Bundestag eingereichte Petition hatten bis zum Fristende mehr als 54.000 Menschen mitgezeichnet. Darin fordert der Verein „ausreichend Personal und genügend Zeit für eine gute Behandlung“ in psychiatrischen Kliniken.

Anzeige

„Bei Personalknappheit unterbleiben vor allem die Angehörigengespräche“, sagte Gudrun Schliebener, Vorsitzende des BApK und Initiatorin der Petition. „Die große Unterstützung der Petition zeigt, wie wichtig persönliche Gespräche und das dafür notwendige Personal im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie sind und wie dringend der Gesetzgeber hier unterstützend tätig werden muss“, erklärte DGPPN-Präsident Andreas Heinz.

Im vergangenen Jahr hatte sich – zeitgleich zum Start der Petition – der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) mit dem Thema der Personalbemessung in der Psychiatrie befasst. Die dort beschlossene Richtlinie trat zum Jahreswechsel in Kraft. Darin werden psychiatrische Einrichtungen verpflichtet, den Behandlungsaufwand durch berufs­gruppen­spezifische Minutenwerte zu errechnen und die daraus resultierenden Personal­untergrenzen einzuhalten.

Diese Regelung geht den Initiatoren der Petition jedoch nicht weit genug. „Aktuell hat die Selbstverwaltung (Gemeinsamer Bundes­aus­schuss) den gesetzlichen Auftrag nicht erfüllt, für eine leitliniengerechte Behandlung zu sorgen. Stattdessen drohen weniger Personal für die Behandlung und mehr Personal für Dokumentation und Bürokratie“, lautet die Begründung der Petition.

Nach dem erfolgreichen Quorum von 50.000 Unterschriften wird es eine öffentliche Beratung mit Anhörung der Petentin im Petitionsausschuss geben. „Die Erwartungen an die Politik, mit dem Anliegen der Petition jetzt sorgsam und verantwortungsvoll umzugehen, sind groß“, hieß es aus der DGPPN. © jff/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Januar 2020
Stuttgart – Baden-Württemberg will die Kurzzeitpflege aufgrund der hohen Nachfrage ausbauen und hat dafür für die kommenden zwei Jahre zusammen rund zwei Millionen Euro zusätzlich vorgesehen. Im
Baden-Württemberg will Kurzzeitpflege ausbauen
16. Januar 2020
Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern will auch Abiturienten mit schlechteren Noten ein Medizinstudium ermöglichen – sofern sie danach zehn Jahre als Hausärzte auf dem Land arbeiten. Der
Landarztquote in Mecklenburg-Vorpommern nimmt nächste Hürde
15. Januar 2020
Hannover – Im Streit um die Einführung einer Landarztquote in Niedersachsen ist Wissenschaftsminister Björn Thümler von seinem klaren Nein abgerückt. „Wir müssen ein Paket daraus machen, und dann will
Wissenschaftsminister schließt Landarztquote in Niedersachsen nicht mehr aus
14. Januar 2020
Berlin – Ein Bündnis aus Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG), Deutschem Pflegerat (DPR) und der Gewerkschaft Verdi hat mit der Pflegepersonal-Regelung (PPR) 2.0 ein Instrument vorgelegt, mit dem
Bündnis stellt Instrument zur Messung des Pflegebedarfs vor
14. Januar 2020
Saarbrücken – Mit einer Landarztquote will die saarländische Landesregierung dem drohenden Ärztemangel in ländlichen Regionen begegnen. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle am 12. Februar erstmals
Ministerrat stellt Weichen für Landarztquote im Saarland
13. Januar 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat teils massiven Personalmangel in der Pflege eingeräumt. Es gebe in deutschen Krankenhäusern wegen des Pflegekräftemangels „phasenweise und
Spahn sieht teilweise ernsthafte Probleme wegen Pflegekräftemangel
13. Januar 2020
Hannover – Im Streit um die Einführung einer Landarztquote in Niedersachsen arbeiten das Wissenschafts- und das Ge­sund­heits­mi­nis­terium an einem Weg für eine verbesserte Hausarztversorgung in
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

  • @Dr. Liebling | Naturfreund | 18.01.20 23:12 | Vermischtes
  • @ Practicus | dr.med.thomas.g.schaetzler | 18.01.20 22:55 | Hochschulen
  • @Zygis | Practicus | 18.01.20 21:36 | Politik
  • NaNa... | Practicus | 18.01.20 21:03 | Hochschulen
  • @Practicus | Naturfreund | 18.01.20 21:00 | Ärzteschaft

Archiv

NEWSLETTER