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Politik

Krankenkassen warnen vor steigenden Beiträgen

Montag, 13. Januar 2020

/dpa

Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) warnt vor steigenden Beiträgen in den kommenden Jahren. „Allein in diesem Jahr rechnen wir aufgrund des Terminservice­gesetzes und des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes mit fünf Milliarden Euro Mehr­aus­gaben“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, der Welt am Sonntag. Das Geld fließe beispielsweise in tausende neue Stellen für Altenpfleger.

Zwar habe es zum Jahresanfang 2020 kaum Beitragserhöhungen gegeben, so Kiefer wei­ter. „Im kommenden Jahr wird es allerdings schwieriger aussehen, denn viele der be­schlossenen Gesetze führen zu dauerhaft höheren Ausgaben. Und wenn die Rücklagen erst mal aufge­braucht sind, führt kein Weg an höheren Beiträgen vorbei.“

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Bereits vor einigen Wochen hatte der GKV-Spitzenverband erklärt, dass das Defizit 2019 bei über einer Milliarde Euro gelegen habe. 2018 hatte der Einnahmeüberschuss der Kassen dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zufolge noch zwei Milliarden Euro betragen.

Gesundheitsökonom Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln warnte in der Zeitung vor Panikmache. Kurzfristig erwarte der Schätzerkreis des Bundesamts für Soziale Sicherung (ehemals Bundesversicherungs­amt) keine extremen Ausschläge.

Es sei zwar unbestritten, „dass die Ausgaben in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung langfristig überdurchschnittlich stark steigen werden.“ Das liege aber nicht in erster Linie an neuen Gesetzen, sondern am medizinisch-technischen Fortschritt, einer ineffizienten Steuerung des Gesundheitssystems sowie am demografischen Wandel.

Immer weniger sozial­ver­sicherungs­pflichtige Arbeitnehmer müssten immer höhere Aus­ga­ben finanzieren. „Der Finanzierungsdruck wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zunehmen.“ © kna/aerzteblatt.de

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