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Medizin

Thrombozyten­konzentrate: Kein Qualitätsvorteil durch Apherese

Montag, 13. Januar 2020

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Langen/Hessen – Thrombozytenkonzentrate, die mittels Apherese oder aus Vollblut­spen­den gewonnen werden, haben vermutlich die gleiche Qualität. Darauf deuten In-vitro-Analysen des Paul-Ehrlich-Instituts in Transfusion Medicine and Hemotherapy (2020; doi: 10.1159/000504917) hin.

Für Thrombozytenkonzentrate, die zur Prophylaxe und Therapie von thrombozytär be­ding­ten Blutungen eingesetzt werden, gibt es derzeit keinen Ersatz. Die Thrombo­zyten­-Gabe erzielt jedoch nicht immer den erhofften Erfolg.

Bei etwa 1/4 bleibt der Anstieg der Thrombozytenzahl aus. Die Ursache für diese Refrak­tärität gegen Thrombo­zyten­transfusionen ist nicht bekannt. Ein Team um Ursula Salge-Bartels vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen/Hessen hat jetzt untersucht, ob der Her­stellungsprozess die Qualität der Thrombozyten beeinflusst.

Thrombozytenkonzentrate werden in Deutschland in 2 verschiedenen Verfahren gewonnen. Die ältere konventionelle Methode isoliert die Thrombozyten aus einem Pool von mehreren Vollblutspenden.

Bei der neueren Apherese werden die Thrombozyten während einer Blutspende aus dem Blut eines Spenders filtriert, der im Anschluss die restlichen Blutbestandteile mittels In­fusion zurückerhält. Ob beide Verfahren gleich­wertige Thrombozytenkonzentrate liefern, wird derzeit in Fachkreisen intensiv diskutiert.

Am Paul-Ehrlich-Institut wurden Thrombozytenkonzentrate aus beiden Verfahren ver­schie­denen Qualitätsprüfungen unterzogen. Dazu gehörten Tests zum Stoffwechsel und zur Stabilität der Thrombozyten, zur Aktivierung und zur Morphologie.

In keinem Test wurden Unterschiede zwischen den aus Vollblutkonserven oder der Aphe­rese gewonnenen Thrombozytenkonzentrate gefunden. Das Forscherteam kommt zu dem Ergebnis, dass „in Deutschland unabhängig vom Herstellungsverfahren Thrombozyten­konzentrate von hoher Qualität zur Verfügung stehen.“

Einige Thrombozytenkonzentrate zeigten laut Salge-Bartels in manchen Parametern eine hohe Variabilität, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Pool- oder Apherese­kon­zentrate handelte. Worauf diese Unterschiede beruhen und ob sie eine Auswirkung auf die Qualität haben, soll jetzt in weiteren Untersuchungen geklärt werden. © rme/aerzteblatt.de

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