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Medizin

Smartphone zur telemedizinischen Diagnose der Frühgebo­renen-Retinopathie geeignet

Dienstag, 14. Januar 2020

/picture alliance

Bonn – Ein Smartphone, an dem mittels eines Adapters eine Speziallinse angebracht ist, eignet sich zur telemedizinischen Diagnose von Netzhauterkrankungen bei Frühgeborenen. Das berichten Augenärzte um Maximilian Wintergerst von der Abteilung für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn in der Zeitschrift Scientific Reports (doi 10.1038/s41598-019-56155-x).

Bei Frühgeborenen ist die Gefäßbildung in der Netzhaut noch nicht abgeschlossen. Das kann dazu führen, dass die kleinen Äderchen, die diese lichtempfindliche Schicht mit Blut versorgen, nach der Geburt stark zu wuchern beginnen. Ohne rechtzeitige Behandlung können die wuchernden Gefäße eine Netzhautablösung verursachen, die in schweren Fällen zur irreversiblen Erblindung führen kann.

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In westlichen Industrieländern untersuchen Ärzte daher regelmäßig den Augenhintergrund der Frühchen, bis die Gefäßbildung abgeschlossen ist. Allerdings erfordert dieses Screening genügend Augenärzte, was in Schwellenländern oft nicht gegeben ist. Daher ist die Frühgeborenen-Retinopathie gerade in Ländern wie Brasilien, Indien oder China auf dem Vormarsch.

Die Bonner Augenärzte haben ein neues diagnostisches Instrument getestet, das weniger als 1.000 Euro kostet. Dabei handelt es sich um einen Adapter mit Speziallinse, der an einem handelsüblichen Smartphone befestigt wird. Die Aufnahme der Netzhautbilder erfolgt über die Handy-Kamera. Die Aufnahme erfolgt berührungslos – die Lupe ist wenige Zentimeter vom Auge entfernt. Bei der Untersuchung müssen daher mehrere Einzel­aufnahmen angefertigt werden, um die gesamte Netzhaut zu erfassen.

Für die jetzt vorliegende Arbeit werteten 2 voneinander unabhängige Experten Aufnahmen von 26 Augen aus. Für jedes untersuchte Auge lagen 2 Sätze von Bildern vor – einmal mit der konventionellen und einmal mit der Smartphone-Methode. Die Bilder wurden gemischt, so dass für die Experten nicht ersichtlich war, von welchem Auge sie jeweils stammten. Bei diesem Vergleich erzielten beide Ansätze eine vergleichbare Diagnose-Genauigkeit.

„Die neue Methode könnte also für den telemedizinischen Einsatz geeignet sein“, betont Wintergerst. „Die Bildauflösung ist konventionellen Geräten mindestens gleichwertig, und die Transportabilität des Geräts ist ein wichtiger Vorteil“, sagte Tim Krohne, der die Frühgeborenenambulanz der Bonner Universitäts-Augenklinik leitet. © hil/aerzteblatt.de

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