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Medizin

Fumarsäure­dimethylester drängt Immunzellen bei MS zurück

Dienstag, 14. Januar 2020

/ralwel, stock.adobe.com

Marburg – Den Wirkmechanismus von Fumarsäuredimethylester (auch „Dimethylfumarat“, DMF) bei Multipler Sklerose (MS) hat ein internationales Forschungsteam um Magdalena Huber vom Universitätsklinikum Marburg beschrieben: Danach hemmt DMF Immunzellen vom Typ Tc17. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen (doi 10.1038/s41467-019-13731-z).

DMF reduziert die Häufigkeit von Krankheitsschüben bei MS. „Welcher Mechanismus dahinter steckt, war bis heute unbekannt“, erläuterte Huber.

Das Forschungsteam analysierte, wie bestimmte Immunzellen von Betroffenen sowie im Mausmodell auf die Verabreichung von DMF reagieren. Danach schränkt der Wirkstoff die Aktivität bestimmter Botenstoffe des Immunsystems ein. „Wir identifizierten Tc17-Zellen als Ziele des Arzneimittels“, berichtete Huber. Diese Zellen lassen sich bei Krankheits­schüben vermehrt in den Entzündungsherden im Gehirn nachweisen.

Der Wirkstoff unterbindet die Reifung dieser Zellen. Die Wissenschaftler verglichen zudem Patienten, bei denen die DMF-Therapie gut anschlägt, mit denjenigen, die nicht auf die Behandlung ansprechen. Auf diese Weise identifizierte das Team einzelne Gene, die durch DMF kontrolliert werden. „Dies könnte es künftig erlauben, Patienten vor Therapiebeginn daraufhin zu testen, ob eine DMF-Therapie bei ihnen Erfolg verspricht“, so die Wissen­schaftlerin.

Huber ist Infektionsimmunologin am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Philipps-Universität Marburg.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg, die Stiftung Fresenius, das hessische Förderprogramm „LOEWE“, das Bundesforschungs­ministerium, die Fördereinrichtung „German Israeli Foundation for Scientific Research and Development“ und der australische Forschungsförderer NHMRC sowie die Arzneimittelfirma Biogen unterstützten die Forschungsarbeiten. © hil/aerzteblatt.de

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