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Politik

Nur ein Antrag auf Förderung aus Hebammenfonds in Sachsen-Anhalt

Dienstag, 14. Januar 2020

/Anatoly Tiplyashin, stock.adobe.com

Magdeburg – Ein von Sachsen-Anhalt aufgelegtes Programm für freiberufliche Hebam­men und Geburtshelfer, die in den Beruf einsteigen oder zurückkehren, ist nur einmal ge­nutzt worden. Nach dem Start im November sei ein Antrag einer Hebamme eingegangen, teilte das Sozialministerium in Magdeburg auf Nachfrage mit.

Der Antrag sei bewilligt, das Geld aber noch nicht ausgezahlt worden. Die Förderung sieht eine Anschubfinanzierung des Haftpflichtversicherungsbeitrages in Höhe von 5.000 Euro vor und muss nicht zurückgezahlt werden.

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Für die Antragstellung blieb Interessierten nur wenig Zeit. Die Fördergrundsätze waren Anfang November veröffentlicht worden, der Antrag Mitte des Monats. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte erklärt, die Antragstellerinnen müssten sich beeilen.

Die Vorsitzende des Hebammenverbandes Sachsen-Anhalt, Petra Chluppka, sagte: „Die Idee ist gut, die Umsetzung ist daneben gegangen.“ Die kurze Frist für die Antragstelle­rinnen passe nicht zur Praxis: Da habe eine neue Freiberuflerin nicht gleich eine Geburt, sondern begleite die Frauen zunächst über mehrere Monate. Die quartals­weise Versiche­rung schließe sie in der Regel erst später ab.

Chluppka wünscht sich, dass der Fonds weitergeführt wird und ein größeres Spektrum abdeckt. Vorschläge der Hebammen sind etwa Coachings für Hebammenschülerinnen und Klinik-Teams, um zu unterstützen und zu stärken.

Zudem könnte Hebammen bei der gemeinsamen Nutzung von Räumen geholfen werden. Chluppka betonte: „Es geht nicht nur ums Geld“, es gehe auch um die Arbeitsbedingun­gen. In dem Verband sind 340 Hebammen und Hebammenschülerinnen organisiert.

Die Fortsetzung des Programms kann laut Ministerium nicht nahtlos im Jahr 2020 erfol­gen, weil noch über den Doppelhaushalt 2020/21 verhandelt werde. Eine Fortsetzung sei aber vorgesehen.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Dagmar Zoschke kritisierte, dass die Förderrichtlinie deutlich zu spät gekommen sei. Zudem habe es quasi keine Öffentlichkeitsarbeit gege­ben. Dabei hätten Hebammen und Hebammenschülerinnen den Fonds vorab sehr be­grüßt. „Wir plädieren dafür, dass der Hebammenfonds mehr Aufmerksamkeit bekommt als bisher“, so Zoschke. © dpa/aerzteblatt.de

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