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Politik

Experten loben Pläne für Wohnungslosen­berichterstattung

Dienstag, 14. Januar 2020

/dpa

Berlin – Experten von Sozialverbänden und dem Deutschen Landkreistag haben die Plä­ne der Bundesregierung für eine Wohnungslosen-Berichterstattung sowie einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen gelobt.

Eine solche Statistik sei überfällig, da bislang belastbare Daten für das gesamte Bundes­gebiet fehlten, das Problem der Wohnungslosigkeit sich in den vergangenen Jahren aber verschärft habe, lautete der Tenor in einer Anhörung des Ausschusses für Arbeit und So­ziales zu dem entsprechenden Gesetzesentwurf.

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Die Regierung hatte den Gesetzentwurf im vergangenen Dezember vorgelegt. Die neue Statistik soll belastbare Aussagen zu Obdachlosenzahlen liefern und damit den jährlichen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sowie sozialpolitische Maßnahmen auf eine fundierte Basis stellen. Der Gesetzentwurf sieht vor, die entsprechenden Zahlen ab 2022 einmal jährlich zu erheben.

Birgit Fix vom Deutschen Caritasverband äußerte bei der Anhörung im Bundestag die Er­wartung, dass die Statistik die Arbeit der Akteure vor Ort erleichtern werde. Auch könnten die Maß­nahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen mit solchen Zahlen besser ko­ordiniert werden, sagte Fix.

Irene Vorholz vom Deutschen Landkreistag betonte, die Akteure seien sich zwar bewusst, dass eine Statistik keine Probleme löse. Dennoch begrüße der Landkreistag eine solche Statistik, weil damit ein Problem, das immer relevanter werde, stärker in den öffentlichen Fokus rücke, so Vorholz.

Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) forder­te, den Kreis der Personen zu erweitern, die in die künftige Statistik einbezogen werden. So sei es wichtig, wohnungslose Geflüchtete und von Wohnungslosigkeit bedrohte Men­schen in die Statistik aufzunehmen, sagte sie.

Auch das „Armutsnetzwerk“ als Selbstvertretung wohnungsloser oder ehemals woh­nungs­loser Menschen begrüßte die Einführung einer bundesweiten Statistik. Der Verein schlägt darüber hinaus ein nationales Aktionsprogramm gegen Wohnungslosigkeit vor und fordert, ein Recht auf Wohnung in das Grundgesetz aufzunehmen. © hil/aerzteblatt.de

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