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Politik

Verbesserungen beim Katastrophenschutz angemahnt

Mittwoch, 15. Januar 2020

/picture alliance, imageBROKER

Berlin – Der Katastrophenschutz in Deutschland zur Abwehr von Gefahren für die Bevöl­kerung ist „gut aufgestellt“ – der Klimawandel, mögliche Cyber-Attacken und die welt­wei­ten Migrationsbewegungen seien aber neue Herausforderungen für den Zivil- und Katastrophenschutz. Dies war vorgestern der Tenor einer Expertenanhörung im Innen­ausschuss.

Der ehemalige Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) und heutige Vorsitzende des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit, Albrecht Broemme, nannte in diesem Zusammen­hang die Abwehr einer möglichen Pandemie, einer „eskalierenden“ Erkrankungswelle, als Schwachstelle des Zivilschutzes. Nachrüstungsbedarf bestehe auch gegen die Bedrohung durch ABC-Waffen. Hier sei derzeit die „Reaktionsfähigkeit schwach ausgebaut“.

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Der amtierende THW-Präsident Gerd Friedsam mahnte an, den Bevölkerungsschutz in den Bereichen der Notstrom- und der Trinkwasserversorgung auszubauen. Das THW müsse in der Lage sein, im Katastrophenfall „systemrelevante Einrichtungen zuverlässig mit Strom“ zu beliefern.

Angesichts der mit dem Klimawandel zunehmenden Gefahr lang anhaltender Dürreperio­den müssten auch die Kapazitäten bei der Trinkwasserbeschaffung und -aufbereitung er­weitert werden, so Friedsam.

Der Katastrophenschutz-Beauftragte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Frank Jörres, riet dazu, Vorsorgestrukturen auszubauen und das Ehrenamt zu stärken. Der „Betreuungs­bereich“, also die Notunterbringung und Versorgung von Betroffenen einer Katastrophe, sei das „Stiefkind des Bevölkerungsschutzes“, sagte er.

Der Berliner Landesbranddirektor Karsten Homrighausen wies darauf hin, dass die Ein­satz­kräfte große Probleme hätten, Nachwuchs zu finden. Er beklagte zudem eine „Voll­kasko-Mentalität“ in Teilen der Gesellschaft.

Schon bei der „erstbesten Störung“ ertöne der Ruf nach dem Staat. Dagegen seien die Eigenverantwortung und die „Selbsthilfefähigkeit“ der Menschen stärker zu betonen und einzufordern. Der Staat allein könne nicht alle erforderlichen Maßnahmen treffen. Auf Störungen vorbereitet zu sein, sei auch die Verantwortung jedes Einzelnen, betonte Homrighausen. © hil/aerzteblatt.de

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