NewsPolitikVerbesserungen beim Katastrophenschutz angemahnt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Verbesserungen beim Katastrophenschutz angemahnt

Mittwoch, 15. Januar 2020

/picture alliance, imageBROKER

Berlin – Der Katastrophenschutz in Deutschland zur Abwehr von Gefahren für die Bevöl­kerung ist „gut aufgestellt“ – der Klimawandel, mögliche Cyber-Attacken und die welt­wei­ten Migrationsbewegungen seien aber neue Herausforderungen für den Zivil- und Katastrophenschutz. Dies war vorgestern der Tenor einer Expertenanhörung im Innen­ausschuss.

Der ehemalige Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) und heutige Vorsitzende des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit, Albrecht Broemme, nannte in diesem Zusammen­hang die Abwehr einer möglichen Pandemie, einer „eskalierenden“ Erkrankungswelle, als Schwachstelle des Zivilschutzes. Nachrüstungsbedarf bestehe auch gegen die Bedrohung durch ABC-Waffen. Hier sei derzeit die „Reaktionsfähigkeit schwach ausgebaut“.

Anzeige

Der amtierende THW-Präsident Gerd Friedsam mahnte an, den Bevölkerungsschutz in den Bereichen der Notstrom- und der Trinkwasserversorgung auszubauen. Das THW müsse in der Lage sein, im Katastrophenfall „systemrelevante Einrichtungen zuverlässig mit Strom“ zu beliefern.

Angesichts der mit dem Klimawandel zunehmenden Gefahr lang anhaltender Dürreperio­den müssten auch die Kapazitäten bei der Trinkwasserbeschaffung und -aufbereitung er­weitert werden, so Friedsam.

Der Katastrophenschutz-Beauftragte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Frank Jörres, riet dazu, Vorsorgestrukturen auszubauen und das Ehrenamt zu stärken. Der „Betreuungs­bereich“, also die Notunterbringung und Versorgung von Betroffenen einer Katastrophe, sei das „Stiefkind des Bevölkerungsschutzes“, sagte er.

Der Berliner Landesbranddirektor Karsten Homrighausen wies darauf hin, dass die Ein­satz­kräfte große Probleme hätten, Nachwuchs zu finden. Er beklagte zudem eine „Voll­kasko-Mentalität“ in Teilen der Gesellschaft.

Schon bei der „erstbesten Störung“ ertöne der Ruf nach dem Staat. Dagegen seien die Eigenverantwortung und die „Selbsthilfefähigkeit“ der Menschen stärker zu betonen und einzufordern. Der Staat allein könne nicht alle erforderlichen Maßnahmen treffen. Auf Störungen vorbereitet zu sein, sei auch die Verantwortung jedes Einzelnen, betonte Homrighausen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Januar 2020
Berlin – Importierte Lebensmittel aus Nicht-EU-Staaten überschreiten besonders häufig Grenzwerte für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Im Jahr 2018 lagen 8,8 Prozent der untersuchten Proben über
Nicht-EU-Lebensmittel häufiger mit Pflanzenschutzmitteln belastet
16. Januar 2020
Berlin – Arzneimittel gelangen aufgrund von Ausscheidungen, aber auch durch unsachgemäße Entsorgung in Gewässer und das Grundwasser. Eine Gesundheitsgefährdung für Menschen besteht Wissenschaftlern
Forscher sehen keine Gefahr durch Arzneimittelrückstände im Trinkwasser
16. Januar 2020
Filderstadt – Die DRF Stiftung Luftrettung hat ihr Förderprogramm aufgestockt und stellt seit diesem Jahr auch Fördergelder für externe Forschungs- und Entwicklungsprojekte bereit. Voraussetzung: Die
Mehr Geld für Forschungsprojekte in der Luftrettung
16. Januar 2020
Sanaa – Im Bürgerkriegsland Jemen sind durch den Ausbruch des Dengue-Fiebers bereits mindestens 162 Menschen gestorben – darunter 78 Kinder. Das teilte die Hilfsorganisation Save the Children heute
Mindestens 162 Menschen im Jemen an Dengue-Fieber gestorben
15. Januar 2020
Berlin – Junge Klimaaktivisten, Umweltverbände und Betroffene des Klimawandels aus Südasien wollen die Bundesregierung gerichtlich zu mehr Klimaschutz zwingen. Greenpeace, die Deutsche Umwelthilfe,
Verfassungsbeschwerden sollen Regierung zu Klimaschutz zwingen
15. Januar 2020
Davos/London – Mit eindringlichen Worten hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) kurz vor seiner Jahrestagung in Davos Politiker und Unternehmen zum sofortigen gemeinsamen Handeln gegen den Klimawandel
WEF-Bericht: Umweltprobleme größte Risiken für die Erde
14. Januar 2020
Hannover – Immer mehr Senioren leiden wegen des Klimawandels an Heuschnupfen. Die Zahl der Allergiker sei bei Menschen ab dem mittleren Alter stark angestiegen, erklärte die Kaufmännische Krankenkasse
LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

  • @Dr. Liebling | Naturfreund | 18.01.20 23:12 | Vermischtes
  • @ Practicus | dr.med.thomas.g.schaetzler | 18.01.20 22:55 | Hochschulen
  • @Zygis | Practicus | 18.01.20 21:36 | Politik
  • NaNa... | Practicus | 18.01.20 21:03 | Hochschulen
  • @Practicus | Naturfreund | 18.01.20 21:00 | Ärzteschaft

Archiv

NEWSLETTER