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Studiencheck liefert Überblick über effektive Methoden zum Rauchstopp

Dienstag, 14. Januar 2020

/dpa

Berlin – Die Angebote zur Rauchentwöhnung reichen von Verhaltenstherapien über Nikotinersatzprodukte wie Nikotinpflaster und -sprays bis hin zu Hypnosebehandlungen oder Behandlungen mit Psychopharmaka.

Auch Apps zur Rauchentwöhnung und weitere Selbsthilfematerialien sind verfügbar. Die Stiftung Gesundheitswissen – 2015 vom Ver­band der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung ge­gründet – hat die Studienlage zum Nutzen und Schaden von Maßnahmen zur Rauchent­wöhnung analysiert und für Ärzte und Verbrau­cher aufbereitet.

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Im sogenannten Studiencheck zu Nikotinersatzprodukten untersuchte die Stiftung den Nutzen von Nikotinersatzprodukten wie Nikotinpflastern, Nikotinkaugummis und Nikotin­nasen oder -mundsprays im Vergleich zu Placebos.

Demnach rauchten 16 von 100 Personen, die ein Nikotinersatzprodukt nutzten, nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten nicht mehr. Bei den Personen, die es nicht ver­wendeten, rauchten elf von 100 nicht mehr.

Rauchstoppversuche und genutzte Entwöhnungsmethoden

Obwohl das Rauchen von Tabak der größte vermeidbare Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen ist (1, 2), rauchen in Deutschland noch immer 28 % der Bevölkerung (3). Raucher haben das Risiko, frühzeitig (durchschnittlich zehn Jahre) an den Folgen des Tabakkonsums zu sterben (4). Das betrifft hierzulande jährlich ungefähr 125 000 Menschen (5). Ab dem mittleren Alter verlieren Raucher für

Bei der Anwendung von Nikotinersatzpräparaten traten in seltenen Fällen Nebenwirkun­gen wie Herzklopfen oder Brustschmerzen auf, aber auch in der Vergleichsgruppe, die ein Placeboprodukt nutzte, waren Nebenwirkungen bei 1 von 100 Personen aufgetreten. „Auf­grund der methodisch hohen Qualität der Studien gelten die vorliegenden Ergeb­nisse als zuverlässig“, berichtet die Stiftung.

Bei der Auswertung der wissenschaftlichen Studien, die den Nutzen und Schaden von verhaltenstherapeutischen Gruppentherapien mit der Anwendung von Selbsthilfemate­rialien bei der Rauchentwöhnung verglichen, lagen die verhaltenstherapeutischen Gruppentherapien beim Nutzen vorn.

So waren nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten deutlich mehr Raucher mit ver­haltenstherapeutischer Gruppentherapie rauchfrei als Raucher, die Materialien zur Selbst­hilfe, wie Motivationskarten, Anleitungen oder Bücher und Broschüren genutzt hatten.

In der verwendeten systematischen Übersichtsarbeit fanden sich zu keiner der beiden Maßnahmen Angaben zu Nebenwirkungen. „Angesichts der methodischen Qualität der Studien wird die Zuverlässigkeit der Ergebnisse als moderat eingeschätzt“, berichtet die Stiftung.

In Deutschland sind Medikamente mit den Wirkstoffen Vareniclin und Bupropion zur Rauchentwöhnung zugelassen. Sie sind rezeptpflichtig und müssen also vom Arzt verord­net werden. Im aktuellen Studiencheck wurde unter anderem der Nutzen von Vareniclin im Vergleich zu Bupropion bei der Rauchentwöhnung untersucht.

Demnach hatten bei Prüfung nach sechs bis zwölf Monaten mehr Personen, die Vareniclin einnahmen, mit dem Rauchen aufgehört als mit Bupropion. Nebenwirkungen konnten nur im Vergleich zu Placebos geprüft werden.

Bei der Einnahme beider Medikamente traten demnach Nebenwirkungen und in seltenen Fällen auch schwere unerwünschte Ereignisse auf. „Die methodische Qualität der Studien ist gut, so dass die Ergebnisse als zuverlässig eingeschätzt werden“, lautet die Einschät­zung der unabhängigen Stiftung. © hil/aerzteblatt.de

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