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Medizin

SGLT2-Hemmer könnten Diabetiker vor Gicht schützen

Mittwoch, 15. Januar 2020

/Maya Kruchancova, stock.adobe.com

Toronto – Die Verordnung von SGLT2-Hemmern, die in mehreren Therapiestudien neben der Glukose- auch die Harnsäurekonzentration im Blut gesenkt haben, könnte nach der Analyse von Versichertendaten in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M19-2610) Diabetiker vor einer Gichterkrankung schützen.

SGLT2-Inhibitoren hemmen bekanntlich den Rücktransport von Glukose und Natrium aus dem Primärharn ins Blut. Die seit 2012 zugelassenen Wirkstoffe haben sich als effektive Blutzuckersenker erwiesen. Auf welche Weise sie den Harnsäure-Spiegel senken, ist nicht genau bekannt. Tatsache ist aber, dass in randomisierten klinischen Studien zu mehreren SGLT2-Inhibitoren ein klinisch relevanter Abfall der Harnsäurekonzentration im Blut beobachtet wurde. Da eine erhöhte Harnsäurekonzentration zur Gicht führen kann, könnten SGLT2-Inhibitoren im Prinzip vor der Erkrankung schützen, die bei Menschen mit Typ 2-Diabetes eine häufige Nebendiagnose ist.

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Da die SGLT2-Inhibitoren in den Therapiestudien in der Regel nur über wenige Monate eingesetzt wurden, konnte ein günstiger Einfluss auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit dort nicht beobachtet werden. Außerdem ist die Teilnehmerzahl meist begrenzt, sodass kleinere Auswirkungen der Behandlung leicht übersehen werden können.

Michael Fralick von der Universität von Toronto und Mitarbeiter haben deshalb nach Hinweisen in den Versichertendaten von 295.907 US-Patienten gesucht, denen erstmals entweder ein SGLT2-Hemmer oder ein GLP1-Agonist verordnet wurde. Für GLP1-Agonisten, die einen anderen Wirkmechanismus haben als SGLT2-Hemmer, ist kein Einfluss auf den Harnsäurespiegel dokumentiert. In einer Propensity-Analyse wurden nur Patienten verglichen, deren übrige Risikofaktoren für eine Gichterkrankung gleich waren.

Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 302 Tage für die SGLT2-Hemmer-Gruppe und 261 Tage für die GLP-1-Agonisten-Gruppe. In dieser Zeit wurde in der SGLT2-Hemmer-Gruppe bei 486 Patienten (4,9 auf 1.000 Personenjahre) die Diagnose einer Gicht gestellt. In der GLP-1-Agonisten-Gruppe erkrankten 685 Patienten (7,8 pro 1.000 Personenjahre).

Fralick ermittelt eine Hazard Ratio von 0,64, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,57 bis 0,72 signifikant war. Die Behandlung mit dem SGLT2-Hemmer senkte demnach das Erkrankungsrisiko um 36 %. Bei einer absoluten Differenz von 2,9 Erkrankungen auf 1.000 Personenjahre könnte dies ein klinisch relevanter Vorteil der SGLT2-Hemmer sein.

Wie immer in epidemiologischen Studien bleibt ein gewisser Unsicherheitsfaktor. Die Forscher bezogen sich allein auf die Diagnose der Ärzte, einen genauen Einblick in die Laborwerte der Patienten hatten sie nicht. Sie konnten deshalb auch nicht untersuchen, wie sie die Behandlung auf die Harnsäure-Werte von Patienten auswirkt, die bereits an einer Gicht erkrankten waren. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 15. Januar 2020, 19:46

Kann es sein, dass

Diabetes II und Gicht ein und dieselbe Ursache haben? Einen Überhang von Eiweiß auf dem Speisezettel? http://members.chello.at/meinewebseite/EmailKop/Diabetes.htm
Avatar #783660
Stephan Tuchscherer
am Mittwoch, 15. Januar 2020, 18:25

Thema.: Diabetes 2 und Gicht

Den Insulinbedarf senken - Gichtsymptome minimieren
LNS

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