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Ausland

EU-Abgeordnete beklagen Falschinformationen aus Italien zu Lebensmittelampel

Mittwoch, 15. Januar 2020

/dpa

Straßburg – EU-Abgeordnete mehrerer Fraktionen haben italienischen Politikern die Ver­breitung von Falschinformationen zum Projekt einer europaweit verbindlichen Lebens­mittelampel vorgeworfen.

„Die Italiener sind in dieser Hinsicht sehr stark“, sagte die französische Grüne Michèle Rivasi heute in Straßburg. Besonders der ehemalige Innen­minister und Parteichef der rechtsextremen Lega-Partei, Matteo Salvini, hatte gegen die Initiative mobil gemacht.

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Das Ampelsystem Nutri-Score kommt ursprünglich aus Frankreich und soll auf einen Blick Aufschluss über den Zucker- und Fettgehalt von Lebensmitteln geben. Die farbkodierte Skala reicht von „A“ für eine gesündere Wahl bis „E“ für eine weniger gesunde Wahl. In Frankreich, Spanien und Belgien wird das System auf freiwilliger Basis eingesetzt. Auch in Deutschland soll es eingeführt werden.

Eine europäische Bürgerinitiative sammelt derzeit Unterschriften, um die EU-Kommission dazu aufzufordern, einen Gesetzesentwurf für eine verbindliche Lebensmittelkennzeich­nung dieser Art zu präsentieren. Aus Italien kommt heftige Kritik daran, weil traditionelle italienische Produkte wie Hartkäse, Schinken und Olivenöl in dem System weniger gut abschneiden.

Das Ampelsystem richte sich keinesfalls gegen die italienische Ernährungsweise, sagte der Ernährungswissenschaftler und Mitentwickler des Nutri-Scores, Serge Hercberg, dazu. Im Gegenteil: „Nutri-Score fördert die mediterrane Ernährung, weil sie eben nicht nur aus Pecorino-Käse und Schinken besteht, sondern vor allem aus Obst und Gemüse.“ Auch würde Olivenöl von Nutri-Score nicht schlecht bewertet, sagte Hercberg: „Olivenöl erhält die beste Bewertung aller Fette“.

Die polnische konservative Abgeordnete Roza von Thun und Hohenstein sprach sich für das Ampelsystem aus, weil es nur scheinbar identische Produkte vergleichbar machen würde. Besonders östliche EU-Länder beklagen seit längerem, dass Produkte von min­derer Qua­lität bei ihnen als identisch vermarktet würden. Die kroatische Sozialistin und Medizine­rin Biljana Borzan hob den Nutzen des Systems im Kampf gegen Übergewich­tigkeit her­vor.

In Deutschland hatte Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) nach einer Verbrau­cher­befragung im September angekündigt, eine rechtliche Basis für den Nutri-Score zu schaffen. Verbraucherschützer unterstützen das grundsätzlich, hätten aber lieber eine verpflichtende Regelung. Eine gesetzliche Verpflichtung nur auf nationaler Ebene ist laut der Verbraucherorganisation Foodwatch aber nach europäischem Wettbewerbsrecht nicht möglich. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #107994
Adolar
am Dienstag, 21. Januar 2020, 10:14

Diese Kennzeichnung interessiert doch sowieso niemanden,

erstens, weil schon jetzt niemand auf der Packung liest, was drin ist, obwohl ersiees es könnte, und zweitens, wenn einer Chips will, kauft er auch welche, auch wenn sie knallrot beampelt sind.
Außerden ist "gesund" ziemlich relativ, und es muß jeder selbst entscheiden, was ihm gut tut. Da es aber in den Schulen keinerlei systematische Ernährungsinfo gibt, und die meisten Eltern auch keine Ahnung haben, wird halt alles zusammengefressen, was schnell geht, gut schmeckt und billig ist. Ganz einfach.

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