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Verfassungs­beschwerden sollen Regierung zu Klimaschutz zwingen

Mittwoch, 15. Januar 2020

/dpa

Berlin – Junge Klimaaktivisten, Umweltverbände und Betroffene des Klimawandels aus Südasien wollen die Bundesregierung gerichtlich zu mehr Klimaschutz zwingen. Green­peace, die Deutsche Umwelthilfe, Fridays for Future und andere Organisationen stellten dazu heute in Berlin drei Verfassungsbeschwerden vor. Darin verlangen sie eine Überar­beitung und Verschärfung des im Dezember verabschiedeten Klimapaketes.

„Ab heute steht auch die Frage im Raum, ob das Nichthandeln der Bundesregierung mit dem Grundgesetz vereinbar ist“, sagte Luisa Neubauer von Fridays for Future. Ver­fassungs­beschwerden seien der logische Schritt nach den großen Protesten im vergange­nen Jahr.

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Eine der Klagen strengen zehn Jugendliche aus Deutschland an. Miriam Siebek, Schülerin aus Stuttgart, sagte, die Bundesregierung halte sich nicht an ihre Pflicht, „meine und un­sere Zukunft sicherzustellen“. Stattdessen verabschiede sie ein „Klimapäckchen“, sagte die 15-Jährige. „Das macht mir nur Angst.“

Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, forderte die Bundesregierung auf, „Hin­ter­zimmerabsprachen mit Industrie und Konzernen“, wie zum Beispiel Autobauern, zu beenden.

Wirksamer Klimaschutz sei möglich: „Ein Tempolimit – sehr schnell umsetzbar, wie das Beispiel Niederlande zeigt“, sagte Resch. Die Umwelthilfe verlangte von der Bundesregie­rung, ihre „Blockade gegenüber erneuerbaren Energien“ aufzugeben – etwa bei der Wind­­energie an Land.

Würde sie Braunkohle-Kraftwerke vom Netz nehmen, würden „wir über Nacht 28 Millio­nen Tonnen CO2 vermeiden“. Auch Wohnen und Bauen sollte CO2-neutral werden. Dafür brauche es neue Standards und ein Verbot von neuen Öl- und Gasheizungen. © dpa/aerzteblatt.de

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