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Politik

Versicherte vertrauen Vertragsärzten bei Empfehlung für Krankenhäuser

Donnerstag, 16. Januar 2020

/dpa

Berlin – Für viele Versicherte und Patienten gehört die persönliche Empfehlung eines Haus- oder Facharztes zur wichtigsten Entscheidungsgrundlage bei der Wahl eines ge­eigneten Krankenhauses für einen geplanten Eingriff.

Nach Ergebnissen einer Forsa-Umfrage ist für 93 Prozent der Befragten das Gespräch mit dem Arzt am wichtigsten, Empfehlungen von Angehörigen oder Freunden folgen mit 77 Prozent danach. Auch die Informationen der Krankenkassen ziehen 51 Prozent der Be­frag­ten in Betracht.

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In der Umfrage, die vom Verband der Ersatzkassen (vdek) in Auftrag gegeben wurde, ga­ben die Versicherten auch an, dass sie Bewertungsportale im Netz oder Berichte in Me­dien über einzelne Häuser nicht so sehr für ihre Entscheidung in Betracht ziehen (31 und 29 Prozent).

„Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte nehmen damit eine herausragende Stellung bei der Steuerung der Patientenströme und der Wahl eines Krankenhauses ein“, kommen­tierte die Verbandschefin der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, die Ergebnisse.

„Hier muss die gemeinsame Selbstverwaltung die Ärzte noch stärker unterstützen und sie in die Lageversetzen, ihre Patienten in Bezug auf die Notwendigkeit von Operationen und über Qualitätsaspekte bei der Wahl eines Krankenhauses umfassend zu informieren.“

Dass es Qualitätsunterschiede zwischen den Krankenhäusern gibt, meinten auch die Be­fragen in der Forsa-Umfrage deutlich zu erkennen: So gebe es laut der Aussage von 26 Prozent „sehr große“ Qualitätsunterschiede, und für 43 Prozent „eher große“.

Für Patienten ist bei den Entscheidung für ein Krankenhaus die Sauberkeit und Hygiene zu 83 Prozent sehr wichtig, danach folgt die Empfehlung des Haus- oder Facharztes so­wie der Ruf des behandelnde Arztes im Krankenhaus. Dies sehen 27 Prozent als sehr wichtig und 48 Prozent als wichtig an.

Wohnortnähe oder das Abschneiden in Bewertungsportalen sehen nicht so viele Versi­cherte als wichtig an: Bei Wohnortnähe gaben 20 Prozent diesen Faktor als sehr wichtig und 44 Prozent als wichtig an.

Ergebnisse bei Bewertungsportalen werden von fünf Prozent als sehr wichtig und 27 Prozent als wichtig eingestuft. Vor allem jüngere Versicherte geben an, dass sie für eine Behandlung in einem spezialisierten Krankenhaus bis zu zwei Stunden fahren würden. Die 18 bis 29-Jährigen würden zu 59 Prozent eine Fahrtzeit von mehr als zwei Stunden auf sich nehmen, die 60-Jährigen zu 27 Prozent.

Insgesamt sind aber viele der befragten Versicherten für längere Fahrtwege über einer Stunde aufgeschlossen. Gleichzeitig befürchten 87 Prozent der Befragten, dass die Schlie­ßung kleinerer Krankenhäuser die Versorgung der Menschen in ländlichen Regionen ge­fährdet.

Für den Ersatzkassenverband ist klar, dass die Bevölkerung besser über mögliche Struk­tur­­reformen informiert werden muss. „Es geht nicht darum, den Menschen die Grundver­sor­gung zu nehmen, sondern die Qualität der Versorgung durch Konzentration und Spezialisierung zu verbessern“, betonte Verbandschefin Elsner bei einer Pressekonferenz.

Speziellen Fokus sieht sie dabei auf die Ballungszentren, in denen nach ihrer Ansicht ein „Konzentrationsprozess möglich ist, ohne, dass es zu Versorgungseinschnitten kommt.“ Sie forderte die Politik auf, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Spezialisierung in der Medizin einen Konzentrations- und Spezialisierungsprozess in der Krankenhauslandschaft voranzutreiben.

Hier müssten auch die Bundesländer ihren Anteil übernehmen und „konsequenter Quali­tätsinstrumente und Mindestmengen anwenden.“ Laut Elsner sei die Zeit derzeit reif für eine Strukturdebatte und auch die Landes- wie die Kommunalpolitik hätte hier die Not­wendigkeiten zur Umwidmung von kleineren Krankenhäusern zu medizinischen Versor­gungseinrichtungen oder Tagespflegeeinrichtungen erkannt. © bee/aerzteblatt.de

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