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Politik

Organspende: Bundestag lehnt Widerspruchsregelung ab

Donnerstag, 16. Januar 2020

Der Vorschlag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn für eine Widerspruchslösung fand keine Mehrheit im Bundestag. /picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Der Bundestag hat soeben in namentlicher Abstimmung eine Widerspruchsrege­lung in der Organspende abgelehnt. Es gab 674 abgegebene Stimmen. 292 Abgeordnete votierten für die Reform, 379 waren dagegen und drei Parlamentarier enthielten sich.

Die sogenannte doppelte Widerspruchslösung, die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) als CDU-Abgeordneter gemeinsam mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach und anderen vorgelegt hatte, hätte vorgesehen, dass jeder, der zu Lebzeiten nicht wider­sprochen hat, bei einem Hirntod automatisch potenzieller Spender sein soll.

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Derzeit stimmt der Bundestag über die Zustimmungslösung ab. Der Entwurf von Grünen-Chefin Annalena Baer­bock und Linken-Chefin Katja Kipping fordert eine ausdrückliche Zustimmung des Spenders und sieht zugleich eine bessere Information der Bürger vor.

Der Bundestag hat zuvor in einer emotionalen Debatte kontrovers über neue Regeln für Organspenden diskutiert. © may/dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Samstag, 18. Januar 2020, 19:11

"Diese "Diskussion" kommt reichlich spät"

Die Problematik bei der "Organspende" ist wahrlich nicht neu
und hätte daher spätestens vor "20 Jahren" beginnen müssen,
Vor allem aber in der "Öffentlichkeit", um dort "Veränderungen
im Denken" erreichen zu können. Denn es ist vielfach eine im
Lauf der Jahrhunderte entstandene "Unwissenheit", die bei den
Menschen "falsche Vorstellungen" entstehen ließ. Und solche
"Vorurteile" lassen sich nicht durch "Gesetze" verändern, die in
einem "kleinen Kreis" formuliert und dann "von Oben herab"
publiziert werden.

Es ist völlig belanglos, was bei unseren Nachbarstaaten "geregelt"
wurde. In der Bundesrepublik Deutschlang gilt das "Grundgesetz",
das auch für "Politiker bindend" ist und zwar "ohne Ausnahmen".
Vor dem Hintergrund der "Artikel 1 + 2 GG" wäre eine "oktroyierte
Widerspruchsregelung" sehr wohl "verfassungswidrig" und hätte
völlig zu Recht eine "Flut von Verfassungsbeschwerden" ausgelöst.

Die "Bereitschaft zur Organspende" kann man nicht "erzwingen",
sondern muss sie "Erarbeiten". Doch dies ist eine "mühsame Arbeit",
die zudem zeitaufwändig ist, Deshalv hätte man bereits vor vielen
Jahren damit beginnen müssen. Doch dies haben die "Befürworter
der Widerspruchslösung", auf Seien der "Gesundheitspolitiker" und
Gesundheitsfunktionäre" , wie so vieles, regelrecht "verschlafen".
Statt jetzt zu "lamentieren", wäre verstärkte "Aufklärungsarbeit vor
Ort" erforderlich. Man muss de facto "Organstpenden sammeln"

H. Jürgen Barth
Rodalben

Avatar #683229
Justinas Zygis
am Samstag, 18. Januar 2020, 10:24

Dieser Kommentar wird maximal von 5 Menschen gelesen.

Das gesamte Konzept von Organspende ist an sich fehlerhaft. Sowohl der Donor (natürlich) als auch die Familie des Donors profitiert nach dem Tod des Donors nicht. Profitiert großenteils der Organempfänger. Profitieren auch die Kranakenkassen und die Krankenhäuser. Und die genaue Zahlen sagt jetzt hier keiner. Also großes Geschäft. Warum denn kann der Donor vor seinem Tod nicht entscheiden, dass ein Teil dieser Summe an seiner Familie nach Organspenden zurückgegeben werden muss? Aus ethischen Gründen darf mann so was nicht machen? Die Ethik ändert sich aber auch.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 17. Januar 2020, 22:58

@Mausifunke

Da das "Ich", das zu ihrem Körper gehört, sich mit der Enthirnung Ihres Körpers auflöst, hört damit auch der Tanz um das goldene Kalb der Moderne, das Ich, endgültig auf. Ihr Körper "gehört" Ihnen dann nicht mehr, auch nicht juristisch, sondern befindet sich in einem "Gewahrsam". Die biologisch durch Medizintechnik in Funktion gehaltene Leiche ist der Gegenstand, um den es geht.
Ob man einfach die Apparate abstellt, um unnötige Kosten zu vermeiden, oder die verwendbaren und funktionstüchtigen Organe zum Wohle anderer entnimmt, unterliegt eigentlich nicht mehr Ihrem Willen, da Sie ja als Mensch nicht mehr existieren.
Ihr Körper ist auch nicht Eigentum Ihrer Angehörigen, da eine Leiche keine "Sache" ist, die jemand besitzen kann, unterliegt eigentlich auch nicht mehr Ihren Verfügungen, eben weil er keine "Sache" ist. Dass Ihnen vom Gesetzgeber zugestanden ist, Art und Ort der Bestattung oder die Überlassung zu Forschungszwecken zu bestimmen oder zu verbieten, egibt sich nicht aus Ihren Grundrechten - die enden mit dem (Hirn-)Tod! Da gilt eher ein 2tritionelless" Recht bzw. "rechtliche Übung".
In früheren Jahrhunderten hatten viele Menschen eine irrationale, ungeheure Angst, aus Versehen lebendig begraben zu werden ("Scheintod"), heute haben Menschen wie Sie plötzlich Angst, der Hirntod könne irrtümlich festgestellt werden oder Ärzte würden rettende Behandlungen unterlassen, um an Organe zu kommen (das ist eigentlich ein ungeheure Beleidigung der gesamten Ärzteschaft) und ziehen es vor, gegebenenfalls lieber über Jahre in einem irreversiblen vegetativen Status vor sich hinzudämmern.
Spanien und Österreich zeigen, dass es durchaus mit der Verfassung und der Menschenrechtserklärung der UN im Einklang ist, eine Widerspruchslösung einzuführen.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Freitag, 17. Januar 2020, 15:54

Organspende ist meist Nierenspende

In einem kommercialisiertem Gesundheits (!) system wird eben mehr Gold mithilfe ambulanter dialysepflichtige Dauerpatienten gesponnen als durch Nierenex/implantierungen. Ein Vergleich mit anderen laendern ist wirtschaftlich und kulturel gar nicht moeglich.
Avatar #791370
mausifunke
am Freitag, 17. Januar 2020, 09:48

9000 auf Warteliste, 1000 Spender pro Jahr

9000 Patienten auf der Warteliste für unterschiedliche Organe, 1000 Spender = 2000 Nieren, 1000 Herzen, zig Leberlappen, 1000 Bauchspeicheldrüsen......... usw. und bei besserem Management in den KK stehen mehr Organe zur Verfügung. So schlecht sind die Zahlen doch gar nicht!
Avatar #791370
mausifunke
am Freitag, 17. Januar 2020, 09:41

Mein Körper gehört mir, nicht dem Staat und auch Niemanden auf einer Empfängerliste!

Auch wenn es „menschlich“ nicht schön ist, kein anderer (kranker) Mensch hat Anspruch auf Teile meines Körpers, weder jetzt noch nach meinem Tod. Wenn ich freiwillige Spender werden möchte, kann ich dies aktiv tun, aber mit staatlichem Zwang zum Wohle der Allgemeinheit? Wo ist der Unterschied zur Zwangslebendspende? Der Bundestag hat völlig richtig entschieden........ hat jeder der 292 Ja-Stimmer einen Spenderausweis????
Avatar #748169
Leerstelle
am Freitag, 17. Januar 2020, 07:02

Beschämend inkonsequent

Wie oberflächlich ideologisch kann im Bundestag über das vermeidbare Leid von 9000 Patienten hinweggegangen werden. Vielen Dank Frau Baerbock für ihren wenig empathischen Vortrag! Es ist doch schon viel informiert worden ohne Resonanz. Resonanz der Abgeordneten: die Hälfte fehlte, wie immer, einfach unverantwortlich! Deutsche sollen also weiterhin sich von EU-Ländern mit Organen versorgen lassen, ohne etwas zu geben. MAl sehen, wie lange das gut gehen kann.
Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 16. Januar 2020, 23:42

Her mit dem Clubmodell!

Organempfang nur für eingetragene Organspender! Selber verweigern, aber gern annehmen, wenn man ein Organ braucht....
Also ganz einfach: Einrichtung eines "Organspenderegisters", gern pseudonymisiert, wo im Fall des Organbedarfs nachgefragt wird, ob die Person eine festzulegende Mindestzeit dort eingetragen ist.
Wer nicht registriert ist, lehnt die Organspende ab und wird sicher gern auf ein Spenderorgan verzichten. Natürlich auch auf Augenhornhäute, Gehörknöchelchen und sonstige "Homografts"...
Avatar #760232
penangexpag
am Donnerstag, 16. Januar 2020, 22:12

das wirkliche Ergebnis

Der Bundestag hat sich entschieden - richtig entschieden ! Dennoch ist es ein schreckliches Ergebnis. Denn 292 (von 674) Abgeordnete haben offensichtlich gar nicht den Kern des Problems erkannt und halten sich wohl auch jetzt noch für Humanisten.
Avatar #739272
isabel45
am Donnerstag, 16. Januar 2020, 21:05

Organspende

Ja ,die Hoffnung stirbt zuletzt- auch bei dieser zukunftslosen Entscheidung- aber es wird sich NICHTS oder KAuM etwas ändern an der Zahl der Organspender.(Und ..SpenderINNEN, sorry ja nicht vergessen!) Wenige trauen sich diese Entscheidung zu, egal wie oft gefragt und aufgefordert wird, es freiwillig EXTRA zu tun , wenige wollen sich absichtlich gedanklich mit dem Tod auseinandersetzen.
LNS

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