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Medizin

China meldet zweiten Todesfall durch mysteriöse Lungenkrankheit

Freitag, 17. Januar 2020

Nach der Entdeckung einer rätselhaften Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan hat sich die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) eingeschaltet. /picture alliance, Informationsdienst der Hongkonger Regierung, AP

Peking – Nach dem Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit in der zentralchine­si­schen Millionenstadt Wuhan haben die Behörden einen 2. Todesfall gemeldet. Ein 69-jähriger Mann, der sich vor zweieinhalb Wochen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe, sei vorgestern gestorben, teilte die Gesundheitsbehörde von Wuhan mit.

Der 69-jährige Mann hatte sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde am 31. De­­zember mit dem Erreger infiziert. Schon 4 Tage später verschlechterte sich sein Zu­stand, er starb nun an Lungen- und Organversagen.

Die neue Lungenkrankheit war im Dezember erstmals in Wuhan auftreten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Wuhan brach das Virus zuerst auf einem Fischmarkt in der Stadt auf. Er wurde am 1. Januar dieses Jahres geschlossen.

Nach offiziellen Angaben wurde das Virus in Wuhan bisher bei mindestens 41 Menschen nachgewiesen. Bislang sei keine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden, erklärte die Gesundheitsbehörde. Es gibt aber mindestens 1 Verdachtsfall: Ein erkrankter Mann, der auf dem Fischmarkt arbeitete, hat möglicherweise seine Frau angesteckt, die nach Angaben der Behörde selbst „keinen Kontakt“ zu dem Markt hatte.

In Thailand und Japan wurden mittlerweile drei Fälle der mysteriösen Lungenkrankheit nachgewiesen. Heute teilte das thailändische Ge­sund­heits­mi­nis­terium mit, dass eine 74-jährige Chinesin im Krankenhaus behandelt werde. Die Frau war demnach nach einem Besuch in Wuhan mit Fieber am Bangkoker Suvarnabhumi-Flughafen angekommen.

Auch eine weitere Frau in Thailand und ein Mann in Japan, bei denen das Virus nachge­wie­sen wurden, hatten nach Angaben der Behörden vor ihrer Erkrankung Wuhan besucht – allerdings nicht den dortigen Fischmarkt.

Das neue Virus gehört zu einer Erregerfamilie, zu der auch das tödliche Sarsvirus gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Fest­landchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.

China hat bisher keine Reisebeschränkungen erlassen. Insbesondere mit Blick auf das anstehende chinesische Neujahrsfest haben chinesische und Hongkonger Behörden aber umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen. In Hongkong wurden unter anderem Fie­bermess-Stationen für ankommende Reisende eingerichtet. Rund um das Neujahrsfest sind jedes Jahr Millionen Chinesen in Zügen, Bussen und Flugzeugen auf Reisen. © afp/aerzteblatt.de

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