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Glyphosat-Klagen gegen Bayer: Mediator hofft auf raschen Vergleich

Freitag, 17. Januar 2020

/dpa

New York – Die US-Klagewelle gegen Bayer wegen angeblicher Krebsgefahren von Un­krautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat reißt nicht ab, doch es könnte schon bald einen Vergleich geben.

Der im Rechtskonflikt vermittelnde Mediator Ken Feinberg sagte dem Finanzdienst Bloom­berg, er sei „verhalten optimistisch“, dass innerhalb etwa eines Monats eine Eini­gung zwischen Bayer und den Klägern erzielt werden könnte. Zu den Bedingungen eines möglichen Vergleichs wollte sich der US-Staranwalt, der im Juni als Verhandlungsführer ver­pflichtet wurde, nicht äußern.

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Nach Angaben Feinbergs ist die Zahl der Klagen inzwischen auf 75.000 bis 85.000 oder sogar noch mehr gestiegen. Dem widersprach Bayer jedoch in einer Stellungnahme. Bei der Zahl handele es sich um eine „spekulative Schätzung“, die potenzielle Kläger um­fasse, die ein möglicher Vergleich umfassen könnte.

Die Bayer bislang tatsächlich zugestellten Klagen hatte der Konzern zuletzt im Oktober 2019 mit etwa 42.700 angegeben, was bereits mehr als eine Verdopplung gegenüber Juli 2019 entsprach. Nun teilte das Unternehmen mit, dass die Anzahl zwar weiter gestiegen sei, aber „deutlich unter 50.000“ liege.

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutrie­sen Monsanto immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Die ersten drei US-Prozesse wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto hatte Bayer verlo­ren und hohe Schadenersatz-Urteile kassiert.

Der Konzern hat die Schuldsprüche jedoch angefochten und erhielt in einem Berufungs­ver­fahren zuletzt Unterstützung von der US-Regierung, deren Umweltbehörde EPA das umstrittene Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend einstuft.

Die meisten Analysten erwarten, dass sich das Unternehmen über kurz oder lang auf ei­nen milliardenschweren Vergleich mit den zahlreichen Klägern in den USA einigt. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte.

Nach dem letzten Prozess im Mai 2019 waren alle weiteren geplanten Gerichtsverhand­lungen im vergangenen Jahr verschoben worden. Trotz der laut Mediator Feinberg offen­bar voranschreitenden Gespräche über einen Vergleich stehen noch vereinzelt Prozesse auf der Agenda. Laut Bloomberg soll bereits heute einer in Kalifornien und ein weiterer in St. Louis beginnen.

Die Hoffnung auf einen baldigen Vergleich sowie die indirekte Unterstützung der US-Re­gierung hatten dem wegen der Glyphosat-Klage gebeutelten Aktienkurs zuletzt Auf­trieb verliehen. Seit dem Mehrjahrestief von 52,02 Euro im Juni 2019 haben sich die Papiere mittlerweile um knapp 46 Prozent erholt.

Allerdings kosten sie immer noch fast ein Fünf­tel weniger als vor der ersten Glyphosat-Prozessniederlage im August 2018. Im Falle einer Einigung sehen zahlreiche Analysten – je nach Höhe der Entschädigungs­summe an die Kläger – noch deutlich Luft für den Aktienkurs. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #107994
Adolar
am Samstag, 18. Januar 2020, 08:51

Ich denke, es wird Zeit,

in den USA gegen die Anwaltschaft gerichtlich vorzugehen, da der einzige Grund dieser "Schadensersatzklagen" die persönliche Bereicherung der RAs ist, und sonst garnix. Es handelt sich um juristische Mafia.
Es gibt keinen Nachweis der gesundheitsschädigenden Wirkung dieses Stoffes bei vorschriftsmäßiger Anwendung, es sei denn, man badet darin oder inhaliert ihn.
LNS
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