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Low-Carb oder Low-Fat nur in gesunder Variante mit reduzierter Mortalität assoziiert

Mittwoch, 22. Januar 2020

/aamulya, stock.adobe.com

Boston – Ob es für die Gesundheit besser ist, wenig Kohlenhydrate zu verzehren oder auf den Fettgehalt der Ernährung zu achten, ist umstritten. Eine neue US-Studie liefert Hinweise darauf, dass es weniger darauf ankommt, wie viele Kohlenhydrate oder wie viel Fett gegessen wird. Vielmehr war es die Qualität der Nahrung und die Art der Kohlen­hydrat­-, Protein- und Fettquellen, die Einfluss auf die Mortalität hatten, wie die in JAMA Internal Medicine publizierte Analyse des Ernährungsverhaltens von mehr als 37.000 US-Amerikanern zeigt (doi: 10.1001/jamainternmed.2019.6980).

„Es ist von größter Bedeutung, die Qualität und die Art der Kohlenhydrate und Fette zu berücksichtigen, wenn man die Assoziationen zwischen fettarmen und kohlenhydrat­armen Ernährungsweisen und der Mortalität untersucht“, schreiben Zhilei Shan vom Department of Nutrition der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston und seine Co-Autoren.

Die prospektive Kohortenstudie basiert auf Daten der US National Health and Nutrition Examination Survey von 1999 bis 2014. 37.233 Erwachsene – im Schnitt 49,7 Jahre alt – machten für aktuelle Analyse rückblickend Angaben dazu, was sie in den letzten 24 Stunden gegessen hatten.

Ausgehend von den Prozentsätzen an Energie, die über die 3 Makronährstoffe aufge­nommen wurden, sowie den Arten von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen berechneten die Wissenschaftler Ernährungs-Scores.

Studienteilnehmer, die nur wenig Kohlenhydrate zu sich nahmen, hatten einen hohen Low-Carb-Score. Der Verzehr von wenig Fett resultierte in einem hohen Low-Fat-Score. Abhängig davon, ob es sich bei den verzehrten Kohlenhydraten eher um die Vollkorn- oder Weißmehlvariante handelte, wurden die Low-Carb-Scores eingeteilt in gesunde und ungesunde Low-Carb-Scores. Bei den Low-Fat-Scores machten gesättigte und unge­sättigte Fette den Unterschied zwischen ungesunden und gesunden Low-Fat-Scores. Auch die Menge an Proteinen beziehungsweise deren Ursprung – tierisch oder pflanzlich – wurde für die Berechnung der Scores berücksichtigt.

Die so ermittelten Scores setzten die Wissenschaftler um Shan mit Mortalitätsdaten bis Dezember 2015 in Zusammenhang. Bis dahin war es unter den Studienteilnehmern zu 4.866 Todesfällen gekommen.

Ergebnis: „Die Low-Carb-Scores und die Low-Fat-Scores insgesamt waren nicht mit der Gesamtmortalität assoziiert“, wie Shan und sein Team berichten. Anders sah es aus, als die Ernährungsweisen nach gesund und ungesund aufgeschlüsselt wurden.

Gesund oder ungesund ist entscheidend

Die adjustierten Hazard Ratios für Gesamtmortalität pro 20-%-Perzentil-Anstieg des Ernährungs-Scores betrugen 1,07 (95-%-KI 1,02-1,11; p=0,01 für Trend) für ungesunde Low-Carb-Scores, 0,91 (95-%-KI 0,87-0,95; p<0,001 für Trend) für gesunde Low-Carb-Scores, 1,06 (95-%-KI 1,01-1,12; p=0,04 für Trend) für ungesunde Low-Fat-Scores und 0,89 (95-%-KI, 0,85-0,93; p<0,001 für Trend) für gesunde Low-Fat-Scores.

Die Autoren um Shan betonen, dass die in der Beobachtungsstudie verwendeten Ernährungs-Scores keine bestimmten Ernährungsweisen nachahmen würden, weshalb die Ergebnisse nicht genutzt werden köntnen, um den gesundheitlichen Nutzen oder Risiken beliebter Diäten wie Low-Carb oder Low-Fat zu beurteilen.

Die Tatsache, dass in der Studie nur ungesunde kohlenhydratarme und ungesunde fettarme Ernährungsweisen mit einer höheren Gesamtmortalität assoziiert waren, spreche aber dafür, dass die Assoziationen mit der Mortalität abhängig von der Qualität der Makronährstoffe sein könnten. © nec/aerzteblatt.de

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