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WHO bemängelt geringen Nutzen neuer Antibiotika

Freitag, 17. Januar 2020

/dpa

Genf – Die Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika verläuft nach Einschätzung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) bedrohlich langsam. Zurückgehende Investitionen und Mangel an echten Innovationen würden die Bemühungen zur Bekämpfung multire­sis­tenter Infektionen untergraben, teilte die WHO unter Berufung auf zwei neue Berichte heute in Genf mit.

Demnach würden derzeit 60 antibiotische Mittel – 50 Antibiotika und 10 Biopharma­zeutika – an Menschen erprobt. Diese würden gegenüber bestehenden Behandlungen aber wenig zusätzlichen Nutzen bringen.

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Zudem zielten nur wenige auf die wichtigsten resistenten Bakterien ab. „Nie zuvor war die Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen unmittelbarer und die Notwendigkeit von Lösungen dringender“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Es sei auch festzustellen, dass die Forschung und Entwicklung für Antibiotika in erster Linie von kleinen oder mittleren Unternehmen vorangetrieben werde, während große Konzerne das Feld verließen, so die WHO weiter.

Der Blick auf die Situation bei Wirkstoffen, die sich noch in einer früheren Entwicklungs­phase befinden, stimme etwas optimistischer. Dort gebe es 252 Mittel, die auf die größ­ten von der WHO definierten Problemfelder abzielten. Erste Medikamente dieser Gene­ration kämen aber wohl frühestens in zehn Jahren auf den Markt.

Resistenzen können sich entwickeln, wenn bei einem Antibiotikaeinsatz einige Bakterien überleben. Diese resistenten Bakterien können sich vermehren. Besonders besorgnis­er­regend ist laut WHO die Ausbreitung von Keimen wie Acinetobacter, Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae, die oft in Krankenhäusern zirkulieren. Sie könnten Lungenent­zündung, Blutvergiftung und Wundinfektionen verursachen. © dpa/aerzteblatt.de

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