NewsVermischtesElf Jahre Haft im spektakulären Stromschlag-Prozess
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Elf Jahre Haft im spektakulären Stromschlag-Prozess

Montag, 20. Januar 2020

/picture alliance, Sven Hoppe

München – Im aufsehenerregenden Stromschlags-Prozess vor dem Landgericht München II ist der Angeklagte heute zu elf Jahren Haft wegen versuchten Mordes in 13 Fällen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Informatiker aus Würzburg als falscher Arzt ausgegeben und junge Frauen per Internet-Chat dazu gebracht hat, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Außerdem wurde die Unter­bringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Der Angeklagte, der den Gerichtssaal vermummt betrat und sein Gesicht vor den zahl­reichen Kameras versteckte, nahm das Urteil äußerlich ungerührt entgegen. Seine Mutter, die als gesetzliche Betreuerin neben ihm saß, wirkte bestürzt.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Ursprünglich war der Mann wegen 88-fachen versuchten Mordes angeklagt. Das Gericht wertete aber nicht alle Fälle als versuchte Morde, sondern ging in einigen von Körper­verletzung aus. Einige Fälle flossen aus Gründen der „Verfahrensverschlankung“ nicht in das Urteil ein. Das Motiv für die Taten war aus Sicht des Gerichtes ein sexuelles.

Besonders schwerwiegend waren aus Sicht der Kammer die Fälle, in denen der junge Mann seine Opfer dazu brachte, sich metallene Gegenstände an beide Schläfen zu halten – „was bedeutet, dass das menschliche Gehirn im Stromweg liegt“, wie der Vorsitzende Richter sagte. Dabei hätten die Opfer heftige Schmerzen erlitten. „Es hat mir das Licht ausgeknipst“, zitierte der Richter eines der Opfer. Oder: „Es hat peng im Kopf gemacht.“ © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #763554
shelly98
am Samstag, 25. Januar 2020, 11:40

"Verschlankung"

Wie sich wohl die Opfer fühlen, deren "Fall" vor Gericht nicht mit einbezogen wurde, weil der Prozess sonst "zu groß" geworden wäre.. das ist wahrlich Zynismus und blanker Hohn den Opfern gegenüber.
Avatar #555822
j.g.
am Montag, 20. Januar 2020, 21:52

Verschlankung des Prozesses

führt zur Verschlankung der Haftzeit?
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER