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Apothekerverbände fordern gesetzliches Zuweisungsverbot

Montag, 20. Januar 2020

/dpa

Berlin – Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat sich dafür ausgesprochen, dass Patienten auch in Zukunft ihre Apotheke frei wählen können – ohne Zuweisung durch Ärzte oder Krankenkassen. Deshalb sei ein „Makelverbot“ für elektronische Verordnungen dringend notwendig.

Die freie Apothekenwahl sei für die Patienten ein hohes Gut, sagte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. „Daher dürfen Apotheker mit Ärzten keine Absprachen treffen, aufgrund derer ärztliche Verschreibungen zugewiesen werden. Das ist gut so und muss auch so bleiben“, so Benkert. Er forderte, diesen Grundsatz mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) zukunftsfest zu machen. „Es wäre fatal, wenn elektronische Verordnungen – mangels entsprechender Regelungen – Wege nähmen, die dem Primat wirtschaftlicher Partikularinteressen folgen“, so der Vizepräsident.

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Hier gäbe es dringenden Handlungsbedarf durch die Bundesregierung. Das im VOASG vorgesehene Zuweisungsverbot auch für elektronische Verschreibungen müsse daher nicht nur möglichst schnell gesetzlich verankert werden. Es muss laut Benkert zudem aufgrund rechtstatsächlicher Entwicklungen erweitert werden. „Schon heute versuchen interessierte Kreise, an der Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken wirtschaftlich zu profitieren – ohne die Interessen der Patienten zu berücksichtigen“, warnte Benkert.

Unzulässige Geschäftsmodelle würden mit dem elektronischen Rezept noch schwieriger aufzudecken sein, da dessen Weg auf der Datenautobahn kaum verfolgbar sei. „Wir fordern daher auch, dass der Adressatenkreis, an den sich das Zuweisungsverbot richtet, erweitert wird und sich nicht nur auf Ärzte und Apotheker bezieht.

Das 'Makeln' von Verschreibungen durch Dritte muss verboten werden“, so Benkert. Wenn sich das VOASG weiter verzögere, müsse die Bundesregierung zeitnah die entsprech­enden Regelungen an anderer Stelle treffen. „Das Digitale Versorgungsgesetz II wäre dafür der richtige Ort", sagte der Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. © hil/aerzteblatt.de

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