NewsÄrzteschaftDigitalisierung beschleunigt Brustkrebs­früherkennung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Digitalisierung beschleunigt Brustkrebs­früherkennung

Montag, 20. Januar 2020

/karelnoppe, stock.adobe.com

Kiel – Das Warten auf Ergebnisse von Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung wird in Schleswig-Holstein kürzer. Dies ergibt sich aus der vollständigen Digitalisierung des Programms „QuaMaDi“, wie Kassenärztliche Vereinigung (KVSH), Krankenkassen und das Gesundheitsministerium in Kiel am Montag mitteilten. Künftig gebe es eine gemein­same elektronische Fallakte. Ziel des Programms ist es, Brustkrebs bei Risiko­patientinnen und Frauen mit Verdachtsbefund rechtzeitig zu erkennen und damit die Heilungschancen zu erhöhen.

Zentral ist ein Mehr-Augen-Prinzip: Zwei Radiologen beurteilen unabhängig voneinander Mammografien und ergänzende Aufnahmen. In Zweifelsfällen wird noch ein klinisches Brustzentrum hinzugezogen.

Bisher wurden bei „QuaMaDi“ jährlich 250.000 Papierbefunde und 75.000 Mammografie­aufnahmen zwischen Fachärzten transportiert. Künftig seien alle beteiligten Mediziner digital miteinander vernetzt, hieß es. Sie bekämen sofortigen Zugriff auf relevante Befunde, Mammografie- und Ultraschallaufnahmen sowie auf weitere Daten. Alle Befunddaten würden in einer Fallakte erfasst. Diese prüft auto­matisch, ob beide Radiologen zum gleichen Ergebnis gekommen sind. Falls nicht, wird der Fall automatisch an das Brustzentrum gesendet.

Die Digitalisierung sei im Interesse von Ärzten und Patientinnen, weil die Prozesse schneller würden, sagte die KVSH-Vorsitzende Monika Schliffke. „Eine frühe und sicherere Diagnose wie in „eQuaMaDi“ bedeutet auch bessere Behandlungs- und Heilungschancen“, sagte Minister Heiner Garg (FDP).

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gibt es seit 2005. Seine Digitalisierung beruht auf einem Vertrag zwischen der KVSH und den gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre befristet, mit der Option einer Verläng­erung um zwei Jahre. Beteiligt sind derzeit 380 Gynäkologen, 70 Radiologen und 4 klinische Brustzentren. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER