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Ausland

Ärzte ohne Grenzen unterstützt Such- und Rettungseinsätze in der Sahara

Dienstag, 21. Januar 2020

/Pape Cire Kane, MSF

Berlin – Immer mehr Flüchtlinge und Migranten durchqueren die Region Agadez im Ni­ger. So hat sich nach Angaben der „International Organisation for Migration“ (IOM) die Zahl der durch den Niger ziehenden Menschen in den ersten zehn Monaten 2019 im Ver­gleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt – von 267.000 auf 540.000.

Darauf hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen aufmerksam gemacht. Viele der Schutz­suchenden, die aus Libyen fliehen, aus Algerien abgeschoben werden oder die Sa­hara von Süden her durchqueren wollen, sterben laut Aussage der Hilfsorganisation in den Sanddünen der Ténéré-Wüste.

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Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische, psychologische und humanitäre Hilfe an den wichtigsten Migrationsrouten nördlich von Agadez. In den ersten zehn Monaten des ver­gangenen Jahres haben die Teams der Hilfsorganisation mehr als 30.000 Patienten be­handelt und mehr als 700 psychologische Konsultationen mit Migranten abgehalten.

Seit August 2019 unterstützt die Organisation zudem die Such- und Rettungsaktionen von Ge­sund­heits­mi­nis­terium und Bewohnern. Dadurch konnten bereits mehr als 40 Men­schen vor dem Verdursten gerettet werden.

Zudem leisten die Teams den zahlreichen Menschen Hilfe, die aus Algerien nach Niger abgeschoben werden. Allein zwischen Januar und Oktober 2019 wurden mehr als 23.800 Menschen deportiert.

„Während nigrische Staatsbürger, die freiwillig zurückreisen, in offiziellen Konvois in den Niger gebracht werden, werden Tausende andere an der Grenze mitten in der Wüste ohne Orientierung, Nahrung, Wasser oder finanzielle Mittel abgesetzt und müssen etwa 15 Ki­lo­meter in den nächsten Ort zu Fuß laufen“, kritisiert Ärzte ohne Grenzen.

Teams der Hilfsorganisation haben in den ersten zehn Monaten 2019 Wasser, Nahrungs­mittel, Kleider, Decken und Hygieneartikel an fast 7.000 aus Algerien Abgeschobene ver­teilt und sie bei Bedarf medizinisch behandelt und psychologisch betreut. © hil/sb/aerzteblatt.de

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