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Medizin

US-Fachgesell­schaften: Risiken von CT-Kontrastmitteln werden überschätzt

Donnerstag, 23. Januar 2020

/Alterfalter, stock.adobe.com

Ann Arbor/Michigan – Die Risiken jodierter Kontrastmittel bei Patienten mit eingeschränk­ter Nierenfunktion werden nach Ansicht des American College of Radiology (ACR) und der National Kidney Foundation (NKF) überbewertet. Die beiden Fachgesell­schaften haben in einem Consensus-Statement in Radiology (2020; doi: 10.1148/radiol.2019192094) ihre Empfehlungen veröffentlicht.

Jodhaltige Kontrastmittel werden häufig in der Computertomografie eingesetzt. Sie die­nen dazu, Blutgefäße, stark durchblutete Tumore oder Entzündungen besser darzustellen. Normalerweise werden sie nach kurzer Zeit über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu einem Anstieg des Nierenkreatinins und zum akuten Nierenversagen kommen, das eine vorübergehende und schlimmstenfalls dauerhafte Dialyse erforderlich macht.

Da die meisten betroffenen Patienten bereits vor der Untersuchung eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, lässt sich im Nachhinein oft nicht klären, ob die Verschlechterung durch das Kontrastmittel ausgelöst wurde, schreibt ein Team um Matthew Davenport von der Universität von Michigan in Ann Arbor. Die beiden Fachgremien schlagen deshalb vor, von einem Kontrastmittel-assoziierten akuten Nierenversagen (CA-AKI) zu sprechen statt wie bisher von einem Kontrastmittel-induzierten akuten Nierenversagen (CI-AKI).

Die alte Nomenklatur eines CI-AKI führt nach Ansicht der Forscher dazu, dass die Nephrotoxizität des Kontrastmittels überschätzt wird. Stattdessen sollten die Risiko­faktoren von Seiten des Patienten stärker beachtet werden.

Der wichtigste Risikofaktor ist ein Abfall der glomerulären Filtrationsrate (eGFR). Bei einer eGFR von unter 30 ml/min/1,73m² müsse mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 % mit einer CA-AKI gerechnet werden.

Für diese Patienten empfehlen die US-Experten eine prophylaktische intravenöse Flüssigkeitszufuhr. Weisen die Patienten weitere Risiko­faktoren auf, etwa einen Diabetes mellitus, sollte bereits bei einer eGFR von 30 bis 44 ml/min/1,73m² eine Prophylaxe erwogen werden.

Eine Einzelniere sollte nach Ansicht der beiden Fachgesellschaften die Entscheidung zum Einsatz eines Kontrastmittels nicht beeinflussen. Von einer Senkung der Kontrastmittel­dosis wird abgeraten, da dies die diagnostische Genauigkeit vermindere.

Medikamente, die für die Nieren toxisch sind, sollten nach Möglichkeit bei Patienten mit hohem Risiko vor der Untersuchung abgesetzt werden. Eine präventive Dialyse von Patienten allein aufgrund der Kontrastmittelgabe wird abgelehnt. © rme/aerzteblatt.de

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