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Ärzteschaft

Zahl der Ärzte in Hessen stagniert

Mittwoch, 22. Januar 2020

/Onur, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – In Hessen ist die Zahl der Ärzte im vergangenen Jahr nur minimal gestiegen. Das geht aus aktuellen Auswertungen der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen (LÄKH) hervor. Demnach waren im Januar 2019 38.066 Ärzte registriert, 12 Monate später 38.125.

Der Auswertung zufolge sind rund drei Viertel der hessischen Kammermitglieder berufs­tätig: 11.807 arbeiten im niedergelassenen Bereich und 15.065 in der stationären Versor­gung. In Behörden und Körperschaften sind 551 Ärzte tätig, 3.630 üben eine sonstige ärztliche Tätigkeit aus.

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Zudem verzeichnet die Kammer einen gleichbleibend hohen Anteil von jungen Ärztinnen (3.496), der bei Mitgliedern unter 35 Jahren nahezu zwei Drittel ausmacht. „Die Statistik muss differenziert betrachtet werden“, erklärte Kammerpräsident Edgar Pinkowski. Gera­de die Zahlen des ärztlichen Nachwuchses befänden sich seit Jahren im Sinkflug.

Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft mit immer vielfältigeren Krankheitsbildern, die immer häufiger ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen müsse, sei diese Entwicklung besorgniserregend. „Hinzukommen“, so Pinkowski, „strukturelle und generationsbedingte Veränderungen, die die Deckung des Bedarfs nach ärztlichen Leis­tun­gen zusätzlich erschweren.“

Zu nennen sei zunächst die geringe Bereitschaft der jungen Ärzte, sich niederzulassen. Das vermeintlich hohe Investitionsrisiko wie die von den Krankenkassen erhobenen Re­gress-Forderungen schreckten viele ab.

„Hier ist die Politik gefordert, Hindernisse abzu­bau­en und Anreize zu schaffen, um den jungen Kollegen die Angst vor der Niederlassung zu nehmen“, sagte Pinkowski. Nur so könne die Versorgung der Bevölkerung langfristig gewährleistet bleiben.

Darüber hinaus seien immer mehr junge Ärzte in Teilzeit tätig, um die eigene Familien­pla­nung mit der Berufsausübung verbinden zu können. Dies führe wiederum zu fehlender Arztzeit sowohl in den Kliniken als auch in den Praxen.

Als letzten und wichtigsten Grund für den sich immer weiter verschärfenden Ärztemangel nannte Pinkowski die sich in den Jahren 2024, 2025 in den Ruhestand verabschiedende Generation der Babyboomer.

„All diese Entwicklungen und Zahlen zeigen nur eines: Minimal steigende Arztzahlen sind kein Mittel gegen den in vier bis fünf Jahren einsetzenden dramatischen Ärztemangel – eine Erhöhung von Studienplätzen dagegen schon“, verwies der Kammerpräsident.

Damit erneuerte Pinkowski die von der Lan­des­ärz­te­kam­mer wiederholt erhobene Forde­rung nach einer signifikanten Erhöhung von Medizinstudienplätzen unter Beibehaltung der Ausbildungsqualität. Trotz einer konstanten Erhöhung in den vergangenen Jahren könne, so Pinkowski, von einer Bedarfsdeckung noch immer keine Rede sein, da der Stand bei der Wiedervereinigung noch nicht wieder erreicht worden sei. © hil/sb/aerzteblatt.de

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