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Cochrane untersucht Zweitlinientherapie der Depression

Freitag, 24. Januar 2020

/Andrey Popov, stock.adobe.com

York – Unter dem Titel „Are there effective medications for treating depression that does not improve with the first medication used?“ hat die Cochrane Common Mental Disorders Group die Möglichkeiten der Zweitlinientherapie von Depressionen untersucht. Die Wissenschaftler haben dazu zehn randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit zusammen 2.731 Teilnehmern eingeschlossen.

Diese Studien untersuchten drei verschiedene Behandlungsstrategien. Den Wechsel zu einem anderen Antidepressivum, die Zugabe eines zweiten Antidepressivums zur laufenden Antidepressivbehandlung oder das Hinzufügen einer anderen Art von Medikament zur aktuellen Antidepressivbehandlung, zum Beispiel eines Antipsychotikums.

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Eine Ergänzung der aktuellen Antidepressivum-Therapie mit Mianserin oder mit einem Antipsychotikum (Cariprazin, Olanzapin, Quetiapin oder Ziprasidon) kann danach die depressiven Symptome kurzfristig, das heißt innerhalb von acht bis zwölf Wochen, verbessern.

Allerdings ist die Evidenz dazu laut den Cochrane-Autoren meist von geringer oder mittlerer Qualität. Ärzte müssten Verbesserungen mit Antipsychotika zudem gegen die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Behandlungsabbruchs oder eines unerwünschten Ereignisses abwiegen.

Eine Ergänzung der aktuellen Antidepressivum-Therapie mit einem zweiten Antidepre­ssivum, Mirtazapin, bringt laut den Studien keinen klinisch wichtigen Nutzen in der Reduktion der depressiven Symptome. Die Evidenz dazu sei hochwertig.

„Die Evidenz bezüglich der Auswirkungen einer Ergänzung der aktuellen Antide­pressivumstherapie mit Buspiron oder einer Umstellung der aktuellen Antide­pressivumstherapie auf Mianserin ist derzeit unzureichend“, berichten die Wissenschaftler weiter.

Sie weisen daraufhin, dass sie keine Studien zur Erhöhung der Dosis der aktuellen Antidepressiva gefunden haben. Neun der zehn Studien, die sie in ihre Arbeit einbeziehen konnten, wurden von Pharmaunternehmen gesponsert. © hil/aerzteblatt.de

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