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Politik

Linke ruft nach Schutz vor Mobbing am Arbeitsplatz

Mittwoch, 22. Januar 2020

/pictworks, stock.adobe.com

Berlin – Die Bundestagesfraktion Die Linke will Arbeitnehmer besser vor Mobbing schüt­zen. Sie hat deshalb die Bundesregierung in einem Antrag dazu aufgeru­fen, einen Gesetz­entwurf zum Schutz vor Mobbing vorzulegen, der Mobbing als eigenen Rechtsbegriff defi­niert und analog zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz Betroffe­nen einen Rechts­an­spruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld bietet.

Zudem solle der Gesetzentwurf das Arbeitsschutzgesetz im Hinblick auf Prävention zur Vermeidung von Mobbing und Bossing ergänzen. Darüber hinaus hat die Fraktion den Erlass einer Anti-Stress-Verordnung angemahnt, die auch das Problem von Bossing und Mobbing adressiert, bereichsspezifische Prävention vorschreibt sowie wirksame, ange­messene und abschreckende Bußgelder und Strafsanktionen für Zuwiderhandlungen regelt.

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Den Antragstellern zufolge sind derzeit über eine Million Erwerbstätige in Deutschland Mobbing ausgesetzt. Diese Beschäftigten werden wiederholt über einen längeren Zeit­raum am Arbeitsplatz schikaniert, benachteiligt, ausgegrenzt und angefeindet – auch von Vorgesetzten. Das sogenannte Bossing sei die schlimmste Variante von Mobbing.

Die Folgen für die Betroffenen seien weitreichend, heißt es in dem Antrag. So seien Mobbingopfer häufig Stress und psychischem Druck ausgesetzt, die zu einer posttrau­matischen Belastungsstörung führen könnten. Betroffene seien diesen Fällen mit der Bewältigung der erlebten Ereignisse überfordert.

Mobbing könne aber auch Herz- und Kreislaufstörungen, Hautkrankheiten, Missbrauch von Medikamenten und Alkohol, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen auslösen.

„Die Folgen von Mobbing richten auch gesamtgesellschaftlich Schaden an, ökonomisch, betrieblich und gesellschaftlich“, betonten die Antragsteller. Der geschätzte volkwirt­schaft­lichen Schaden liege bei bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr. © hil/sb/aerzteblatt.de

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