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Vermischtes

Qualitätsvertrag zur Prävention des postoperativen Delirs geschlossen

Mittwoch, 22. Januar 2020

/beerkoff, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die AOK Rheinland/Hamburg und das Malteser Krankenhaus Seliger Ger­hard Bonn/Rhein-Sieg haben zum Jahresbeginn den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Qualitätsvertrag zur Vermeidung des postoperativen Delirs geschlossen. Das teilte die Krankenkasse heute mit.

Das Delir ist eine akute Funktionsstörung des Gehirns, die durch Desorientierung, Ver­wirrt­heit und Halluzinationen gekennzeichnet ist. Es zählt zu den häufigsten Komplika­ti­o­nen bei geriatrischen Patienten im stationären Bereich.

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„Mit dem Vertrag wollen wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Versorgung älterer Patienten zu verbessern und die Delir-Rate nach Operationen messbar zu senken“, sagte Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Der Qualitätsvertrag verfolgt das Ziel, die Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen und eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Dies soll durch eine umfassende Dokumentation der Versorgungssituation sowie durch ein syste­matisches Screening aller Patienten ab dem 65. Lebensjahr vor Operationen erreicht werden.

Liegen auffällige Befunde und damit ein erhöhtes Delir-Risiko vor, kümmert sich der AOK zufolge ein speziell geschulter Patientenbegleitdienst im Rahmen einer 1:1-Betreuung um den Risikopatienten. Im Falle eines eintretenden Delirs sollen verschiedene Maß­nahmen zur Neu-Orientierung, Gestaltung des Tagesablaufes, Verbesserung des Tag-Nacht-Rhythmus sowie eine adäquate Schmerztherapie zum Einsatz kommen.

Albert Lukas, Chefarzt der Geriatrie des Malteser Krankenhauses und wissenschaftlicher Leiter des Delir-Projektes, geht davon aus, dass auf diesem Wege eine Delir-Reduktion um bis zu 30 Prozent möglich ist. © EB/aerzteblatt.de

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