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Politik

Strategieprozess für Gesundheitsberufe startet Ende Januar

Mittwoch, 22. Januar 2020

Andreas Westerfellhaus. /dpa

Berlin – Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, forderte mehr Kompetenzen für Pflegekräfte in Deutschland. Er kündigte an, dass am 27. Januar die Auftaktsitzung eines Strategieprozesses stattfindet, bei dem die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe neu justiert werden soll. An dem Prozess sollen Vertreter von Gesund­heits- und Familienministerium, aber auch Pflegeberufsverbände und Bundesärzte­kam­mer teilnehmen.

Nur durch eine Neujustierung im Bereich der Gesundheitsberufe sei die schwierige Situ­ation in der Pflege in Deutschland zu lösen, sagte Westerfellhaus. Das gelte insbesondere in strukturschwachen Regionen, in denen schon heute Hausärzte fehlten und es zu Ver­sorgungsengpässen bei Pflegebedürftigen kommen könnte.

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„Pflegekräfte müssen deshalb ärztliche Aufgaben der Primärversorgung bei bestimmten Erkrankungen übernehmen können“, sagte der Pflegebevollmächtigte. „Dies ist in anderen Ländern bereits üblich und hat sich bewährt.“

Konkret könnten etwa entsprechend ausgebildete Pflegekräfte die Wiederverordnung von Medikamenten und Hilfsmitteln übernehmen, zum Beispiel von Insulin. Auch könnten sie Verantwortung für die Koordinierung des Versorgungsprozesses der gepflegten Personen übernehmen und beispielsweise in Videokonferenzen gemeinsam mit Ärzten und anderen Berufsgruppen Behandlungs- und Versorgungsschritte festlegen. Die Patientensicherheit müsse dabei oberstes Gebot sein.

Westerfellhaus forderte ein neues Miteinander von Ärzten und Pflegekräften. „Pflegekräf­te sollen ja nicht ,little doctors' werden. Sie wollen ,big nurses' sein, die Ärzte von be­stimmten Tätigkeiten entlasten und ihre eigenen Qualifikationen auch anwenden können“, sagte er. Pflegekräfte nähmen durch den engen Kontakt zu Patienten, Pflegebe­dürftigen und deren Angehörigen eine Schlüsselrolle in der Versorgung ein.

Der Pflegebevollmächtigte forderte zugleich eine neue Aufgabenverteilung innerhalb der Pflege. In diesem Zusammenhang müsse der Beruf der Pflegeassistenten, die die vollaus­gebildeten Pflegekräfte bei der Arbeit unterstützen, weiterentwickelt und bundesweit einheitlicher gestaltet werden. Bislang gebe es einen Flickenteppich von unterschiedli­chen Anforderungen. © kna/aerzteblatt.de

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Dirk2019
am Mittwoch, 12. Februar 2020, 18:25

Mehr Pflegekräfte benötigt

Sehr richtig. In Tunesien z.B. , muss die Krankenschwester studieren. Es ist also ein Studienberuf! Das gibt mehr Kompetenzen und weniger Probleme bei Nachschulungen. Der Nachteil wäre, dass die Hürde für den Einen oder Anderen höher ist. Trotzdem muss man sich bereits bei der Bewerbung beweisen. Ich habe einen Bekannten mit tunesischen Wurzeln, geholfen über eine Bewerbungsagentur in den Job zu kommen und hier Fuss zu fassen. Wen es interessiert: https://www.cvexpert.de . Also wenn alle sich bemühen und nicht zu hohe bürokratische Hürden überwunden werden müssen, dann bekommen wir diese Krise auch in den Griff. VG Dirk
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