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Medizin

Schwangerschaften und Stillen schützen vor zu früher Menopause

Donnerstag, 23. Januar 2020

/Romanova Anna, stock.adobe.com

Amherst/Massachusetts – Schwangerschaften und eine längere Stillzeit können bei Frauen eine frühzeitige Menopause verhindern, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko im Alter verbunden ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Nurses’ Health Study II in JAMA Network Open (2020; 3: e1919615).

Von einer zu frühen Menopause sprechen Endokrinologen, wenn die Ovarien bereits vor dem 45. Lebensjahr ihre Funktion einstellen. Die frühen Wechseljahre erhöhen nach derzeitigem Kenntnisstand das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und einen frühzeitigen kognitiven Abbau im Alter. Eine frühe Menopause ist auch mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden.

Als Auslöser der Menopause gilt die Erschöpfung der ovariellen Reserve, sprich der Zahl der Oozyten, mit denen Frauen geboren werden und die nach der Menarche langsam, aber kontinuierlich abnimmt. Der Verlust kann im Prinzip durch Schwangerschaften und das anschließende Stillen aufgehalten werden, weil in dieser Zeit keine neuen Eizellen heranreifen. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Multipara später in die Wechseljahre kommen als Frauen, die niemals schwanger waren.

Christine Langton von der University of Massachusetts in Amherst und Mitarbeiter haben jetzt untersucht, ob Schwangerschaften und Stillzeit vor einer früheren Menopause schützen. Grundlage waren die Daten der „Nurses’ Health Study II", die seit 1989 eine Gruppe von 116.429 Krankenschwestern aus 14 US-Bundesstaaten begleitet.

In den regelmäßigen Fragebögen wurde erfasst, wie häufig die Frauen schwanger waren und wie lange sie nach der Entbindung ihre Säuglinge gestillt haben. Eine Stärke der Studie besteht darin, dass sie verschiedene andere Faktoren, die den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen, berücksichtigen konnte. Dazu gehörten beispielsweise das Alter bei der Menarche, Rauchen, Alkoholkonsum, Body-Mass-Index, die Einnahme von Vitamin D oder oralen Kontrazeptiva oder auch Fertilitätsstörungen.

Langton ermittelt ein mit der Zahl der Schwangerschaften abnehmendes Risiko auf eine Menopause vor dem 45. Lebensjahr. Im Vergleich zu Frauen ohne ausgetragene Schwanger­schaften hatten Frauen mit 2 Schwangerschaften ein um 16 % geringeres Risiko auf eine vorzeitige Menopause. Bei Frauen mit 3 Schwangerschaften war das Risiko um 22 % vermindert.

Stillen kann das Risiko weiter senken. Frauen mit 3 oder mehr Schwangerschaften, die insgesamt 7 bis 12 Monate ausschließlich gestillt hatten, hatten ein um 32 % niedrigeres Risiko auf eine frühzeitige Menopause als Frauen mit der gleichen Anzahl von Kindern, die ihre Kinder insgesamt über weniger als 1 Monat gestillt hatten.

Die Ergebnisse unterstützen die gegenwärtigen Empfehlungen der American Academy of Pediatrics und der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), die Müttern raten, ihre Säuglinge über mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen und dann für ein weiteres halbes Jahr langsam mit dem Zufüttern zu beginnen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #810440
Heli Lange
am Samstag, 1. Februar 2020, 14:17

Menopause - zu früh?

Ich denke, Stillen besser als alles andere... Aber spielt es eine Rolle, wann die Menopause eintritt? Ok.ja, wenn man den Kinderwunsch solange aufschiebt,bis es nicht mehr geht. Aber ich empfand es eher als befreiend. Ich bin jetzt nicht soo der Experte. Falls mir das jemand erklären kann, würde ich mich sehr darüber freuen.
Avatar #702827
Ingrid Mühlhauser
am Donnerstag, 23. Januar 2020, 18:19

Aus Assoziationsanalysen lassen sich keine Kausalschlüsse ableiten

Der Titel und der Text diese DÄ Beitrags impliziert einen Kausalzusammenhang. Studien wie die Nurses Health Study können jedoch nur assoziative Zusammenhänge beschreiben.
Die Autorinnen der Studie sind sehr vorsichtig in ihren Formulierungen und sprechen ausschließlich von Assoziationen.
Es wäre wünschenswert, wenn auch die Redaktion des DÄ ihre Formulierungen dem Studiendesign angemessen formulieren würde.
LNS

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