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Politik

Bundesweit einheitliche Regeln fürs Glücksspiel geplant

Donnerstag, 23. Januar 2020

/picture alliance, chromorange

Berlin – Die Bundesländer haben sich nach langen Verhandlungen im Grundsatz auf eine weitgehende Reform des deutschen Glücksspielmarktes geeinigt. Diese sieht vor, bisher illegale Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos künftig zu erlau­ben, wie aus dem Entwurf für einen neuen Staatsvertrag hervorgeht.

Vorgesehen ist darüber hinaus eine neue zentrale Glücksspielbehörde der Länder. Ge­plant sind zudem strenge Regeln zum Spielerschutz. Für Spieler ist zum Beispiel ein mo­natliches Verlustlimit von 1.000 Euro vorgesehen.

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Eine bundesweite Sperrdatei soll Spielsüchtige erfassen und vom Online-Glücksspiel fern­halten. Bisher hatte nur Schleswig-Holstein Lizenzen für Online-Glücksspiele ver­ge­ben. Der neue Staatsvertrag soll voraussichtlich im Juli 2021 in Kraft treten, wenn alle Ministerpräsidenten und Landesparlamente zustimmen.

Wissenschaftler der Universität Bremen und des Hamburger Instituts für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) mahnten heute eine strengere Regulierung von Onli­ne-Glücksspielen an. Grund seien ein erhöhtes Gefährdungspotenzial und besondere Suchtgefahren bei Glücks­spielen im Internet, teilte die Uni Bremen mit.

Untersuchungen zum Thema rechtfertigten „spürbare Eingriffe des Staates“ bis hin zu Ver­boten bestimmter Spielseg­mente wie etwa Online-Kasinospielen, so der Bremer Glücksspielforscher Tobias Hayer.

Die Forscher schlagen vor, zunächst nur risikoärmere Formen des Glücksspiels im Internet zuzulassen und dies mit wissenschaftlicher Forschung zu begleiten. Wenn sich aus ihnen bereits onlinespezifische Risiken ergäben, müssten für gefährlichere Formen Verbote ge­prüft werden, hieß es.

Die Bremer und Hamburger Forscher hatten den Angaben zufolge 63 in den vergangenen zehn Jahren durchgeführte Studien zum Thema gesichtet und bewertet. 48 davon wiesen ein erhöhtes Gefährdungspotenzial und besondere Suchtgefahren für Online-Glücksspiel nach. © kna/dpa/aerzteblatt.de

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