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Medizin

„Shock and kill“ könnte das HI-Virus aus dem Körper vertreiben

Freitag, 24. Januar 2020

/ras-slava, stock.adobe.com

Chapel Hill/North Carolina und Atlanta/Georgia – US-Forscher haben 2 Strategien entwickelt, die die HI-Viren aus ihren Reservoiren im Körper hervorlocken sollen („shock“), um sie dann abzutöten („kill“). Nach den in Nature (2020; doi: 10.1038/s41586-020-1946-0 und 1951-3) vorgestellten Ergebnissen könnte die „Shock and kill“-Strategie dereinst zu einer Heilung der HIV-Infektion führen.

Antiretrovirale Medikamente können die Vermehrung von HI-Viren im Körper effektiv unterdrücken. Dauerhaft vertreiben können sie die Viren aus den CD4-Zellen jedoch nicht. Denn als Retrovirus kann HIV seine Gene in das Erbgut der Immunzellen integrieren. Dort kommt es dann unter Umständen zu einer „latenten“ Infektion: Die Gene werden vorüber­gehend nicht abgerufen. Eine Replikation, die durch antiretrovirale Medikamente unter­drückt werden könnte, findet nicht statt. Auch für das Immunsystem bleiben die Zellen unauffällig.

Das Ziel der „Shock and kill“-Strategie ist, die latent infizierten Zellen zur Virusreplikation zu veranlassen, um sie dann im zweiten Schritt abzutöten.

Für die erste Phase haben zwei US-Teams zwei unterschiedliche Konzepte entwickelt. Das Team um Christopher Nixon von UNC Health Care in Chapel Hill/North Carolina setzt auf den Wirkstoff AZD5582, der ursprünglich zur Behandlung von Krebserkrankungen entwickelt wurde. AZD5582 aktiviert einen Transkriptionsfaktor, was in den Zellen unter anderem die Replikation von HIV veranlasst. In zwei Tiermodellen – einer humanisierten Maus und Rhesusaffen – hat die Strategie funktioniert. Bei den Tieren kam es im Blut zu einem Anstieg von HIV beziehungsweise den verwandten SI-Virus von Affen.

Das Team um Julia McBrien vom Emory Vaccine Center in Atlanta/Georgia hat zunächst versucht, die Virusreplikation durch den Wirkstoff N-803 anzustoßen, einem „Superagonisten“ von Interleukin 15. Der Erfolg blieb jedoch aus. Erst als die Forscher zusätzlich die CD8-Zellen mit einem Antikörper zerstörten, begannen die CD4-Zellen der Makaken vermehrt SIV zu produzieren.

Für klinische Studien ist es nach Einschätzung des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases noch zu früh. Zunächst seien weitere Tests zur Toxizität erforderlich. Vor allem die Abtötung der CD8-Zellen wirft hier noch Fragen auf. Offen ist auch, ob der 2. Schritt der Behandlung, die Abtötung der aktiven CD4-Zellen, gelingt. Erst dann würde sich für die Patienten eine Perspektive auf eine Heilung der HIV-Infektion bieten. © rme/aerzteblatt.de

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