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Ausland

Spekulationen über Milliardenvergleich im Glyphosatstreit

Freitag, 24. Januar 2020

/dpa

New York – Spekulationen über einen nahenden Milliardenvergleich im Glyphosatstreit haben den Aktienkurs des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer beflügelt. Mit einem Kursplus von mehr als drei Prozent gehörte das Unternehmen heute Vormittag zu den größ­ten Gewinnern im Dax.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte gestern Abend unter Berufung auf mit den Vergleichsverhandlungen vertraute Personen berichtet, dass der Leverkusener Konzern den seit Jahren schwelenden Streit um angebliche Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat in den USA möglicherweise für zehn Milliarden Euro beile­gen könne.

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In einigen Diskussionen hätten Bayer-Anwälte gesagt, das Unternehmen werde acht Milliarden Dollar für die Lösung der aktuellen Fälle beiseite legen und zwei Milliarden für künftige Klagen reservieren, berichtete Bloomberg. Den Kreisen zufolge stehe die Summe aber noch nicht fest und könne sich im Zuge der Gespräche ändern.

Ein Bayer-Sprecher wollte sich nicht zu dem genannten Volumen äußern. Er sagte der Fi­nanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aber, dass die Mediation „gewissenhaft und zielorien­tiert“ fortgesetzt werde. Einen Zeitplan gebe es dabei ebenso wenig wie die Gewissheit für ein Gelingen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der in dem Rechtskonflikt um angebliche Krebsge­fahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat vermittelnde Mediator Ken Feinberg sich „verhalten optimistisch“ gezeigt, dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung erzielt werden könnte.

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutrie­sen Monsanto immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Die ersten drei US-Prozesse wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto hatte Bayer verlo­ren und hohe Schadenersatz-Urteile kassiert.

Der Konzern hat die Schuldsprüche jedoch angefochten und erhielt in einem Berufungs­verfahren zuletzt Unterstützung von der US-Regierung, deren Umweltbehörde EPA das umstrittene Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend einstuft. © dpa/aerzteblatt.de

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