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Hunderte Beschäftigte starten unbefristete Streiks bei Ameos

Montag, 27. Januar 2020

Krankenschwestern des Ameos-Klinikums Staßfurt stehen vor dem Krankenhaus und streiken. /dpa

Aschersleben – Zum Auftakt der Streiks an vier Ameos-Kliniken in Sachsen-Anhalt haben sich nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Beschäftigte beteiligt. Am ersten Tag des unbefristeten Ausstands hätten heute fast 600 Ärzte die Arbeit niedergelegt, wie Verdi-Spre­cher Bernd Becker sagte.

In Aschersleben habe sich der Streik bereits auf den Klinikbetrieb ausgewirkt. Es seien zunächst keine geplanten Operationen durchgeführt worden. Der Notfallbetrieb sei aber gewährleistet, versicherte Becker.

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Betroffen sind neben Aschersleben-Staßfurt auch die Standorte Schönebeck und Bern­burg (alle Salzlandkreis) sowie Haldensleben (Börde). Die Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund (MB) wollen für die Beschäftigten bei Ameos bessere Arbeitsbedingun­gen und einen Tarifvertrag durchsetzen. Der Konzern lehnt das bisher ab.

Amoes trennt sich von Regionalgeschäftsführer

Der Konzern ging zum Streikbeginn selbst in die Offensive. So verkündete Ameos heute, dass der Regionalgeschäftsführer ausgetauscht wird und widersprach der Kritik der ver­gangenen Wochen.

Der bisherige Regionalgeschäftsführer Ost, Lars Timm, wurde freigestellt. Für ihn über­nimmt der Chef für den Ameos-Bereich Nord, Frank-Ulrich Wiener. Die von Timm ange­sto­ßenen Diskussionen zu möglichen Krankenhausschließungen entsprächen weder den Zielen von Ameos noch der Unternehmensphilosophie, hieß es.

„Ameos hat in seiner Geschichte noch nie ein Klinikum geschlossen oder veräußert“, er­klärte das Unternehmen. Vier der sieben Standorte seien bei der Übernahme durch Ame­os vor acht Jahren der größte Sanierungsfall in der Geschichte der Bundesrepublik gewe­sen.

Der jährliche Verlust habe mehr als 50 Millionen Euro betragen. „Die von der kommuna­len Verwaltung geerbten Verluste konnten zwar bereits reduziert werden, dennoch ist richtig, dass viele Klinika noch nicht kostendeckend arbeiten.“

An den Krankenhäusern schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen Ameos und den An­gestellten. Die Gewerkschaften fordern einen Tarifvertrag. Ameos lehnt das bisher ab und sieht in Tariflöhnen eine Gefahr für den Fortbestand der Krankenhäuser.

Der neue Regionalchef wollte sich in den nächsten Tagen bei Ameos vorstellen und erste Gespräche führen. Was der Wechsel an der Spitze für den Tarifkonflikt bedeutet, ist offen. Verdi stellte sich nach eigenen Angaben auf bis zu 15 Wochen Arbeitskampf ein. Auch bei der Ärzteschaft sei die Streikbereitschaft hoch, hieß es vom Marburger Bund.

Die Geschehnisse bei Ameos sowie die Insolvenz des kommunalen Burgenlandklinikums im Süden Sachsen-Anhalts sorgten zuletzt für eine Debatte über die Krankenhausland­schaft.

Ameos erntete dabei auch von Landespolitikern viel Kritik. Die mit CDU und Grünen re­gie­rende SPD beschloss auf einem Parteitag gerade ein Nein zu weiteren Privatisierun­gen und sprach sich dafür aus, im Zweifel Krankenhäuser zu verstaatlichen, um die medi­zinische Versorgung zu garantieren. © dpa/aerzteblatt.de

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