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SRH-Gruppe übernimmt Burgenlandklinikum

Donnerstag, 30. Januar 2020

/dpa

Naumburg – Das insolvente Burgenlandklinikum in Sachsen-Anhalt gehört künftig zur frei-gemeinnützigen SRH-Gruppe. Das teilte der Burgenlandkreis als bisheriger Eigentü­mer heute mit. Die letzten Verhandlungen hatten sich bis in die Nacht hingezogen.

Nach der Übernahme sollen beim medizinischen Personal keine Jobs wegfallen, hieß es heute von der SRH-Gruppe. „Die Stellen im ärztlichen Dienst und in der Pflege bleiben erhalten und werden mittelfristig sogar ausgebaut“, sagte der SRH-Vorstandsvorsitzende Christof Hettich.

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Allerdings seien unabhängig davon personelle Veränderungen erforderlich. Der neue Ei­gentümer sicherte zu, beide Standorte in Naumburg und Zeitz zu erhalten. Details zum Fortbestand der einzelnen Abteilungen und Stationen nannte er noch nicht. Betroffen sind rund 1.500 Beschäftigte.

SRH gehört zu einer gemeinnützigen Stiftung aus Heidelberg und betreibt in der Nähe unter anderem ein Krankenhaus im ostthüringischen Gera sowie eine Reha-Klinik in Magdeburg.

„SRH hat uns zugesichert, die Gesundheitsversorgung für die Bürger im ländlichen Raum zu sichern und dabei eng mit dem Burgenlandkreis [...] zusammenzuarbeiten“, erläuterte Landrat Götz Ulrich (CDU) in einer Mitteilung. Der neue Träger übernehme beide Stand­orte mit bisher 750 Betten. „Mit diesem Ergebnis haben wir eine akzeptable Lösung für die medizinische Krankenhausversorgung im Burgenlandkreis erzielt.“

Das Burgenlandklinikum äußerte sich zunächst nicht zur Übernahme. Ein Sprecher kün­digte Details im Laufe des Tages an. Das Klinikum hatte im September wegen finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither wird versucht, den Betrieb wirtschaftlicher aufzustellen und einen neuen Träger zu finden.

Neben SRH hatte sich auch der private Klinik-Konzern Ameos um eine Übernahme be­müht. Er steht wegen seines Umgangs mit den Mitarbeitern in der Kritik. Derzeit versu­chen Ameos-Beschäftigte an mehreren Standorten eine bessere Bezahlung und einen Tarifver­trag mit unbefristeten Streiks durchzusetzen. Ameos lehnt Tarifverhandlungen bisher ab.

„Eine Privatisierung an Ameos, die an anderer Stelle im Land sogar mit Klinikschließun­gen drohen, hätte für große Verunsicherung gesorgt und wäre ein fatales Signal gewe­sen“, teilte die Chefin der SPD im Landtag, Katja Pähle, mit. Sie begrüßte den Verkauf an SRH als „eine wirklich gute Nachricht“.

Die Insolvenz wurde landesweit beobachtet und diskutiert. Bei vielen Krankenhäusern ist die Situation angespannt. Zwischenzeitlich wollte die Uniklinik Halle gemeinsam mit dem Burgenlandkreis das Klinikum übernehmen – und es damit in öffentlicher Hand halten. Doch Anfang des Jahres zogen sich die Hochschulmediziner zurück. Die Debatte über Klinikprivatisierungen und stärkere Kooperationen blieb. © dpa/aerzteblatt.de

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