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Politik

Landesregierung in Sachsen beschließt Ausbau des Medizinstudiums

Montag, 27. Januar 2020

Wolfram Günther (Grüne, von links), Umweltminister, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister. /picture alliance, Sebastian Kahnert

Oberwiesenthal – Mehr Studienplätze für Mediziner und Lehrer, Investitionen in Klima­schutz und Forschung. Sachsens neue Regierung aus CDU, Grünen und SPD hat erste konkrete Maßnahmen verabredet.

Bei einer Klausur auf dem Fichtelberg in Oberwiesen­thal (Erzgebirgskreis) beschloss das Kabinett am Wochenende das Sofortprogramm „Start 2020“. Dafür stehen 220 Millionen Euro zusätzlich zum aktuellen Doppelhaushalt zur Verfügung, die in rund 170 Projekte fließen sollen.

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„Wir haben uns drei Überschriften vorgenommen: Bestehendes bewahren, Bewährtes bewahren, Neues wagen und mit Menschen verbinden“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vorgestern. Dazu gehörten Investitionsentscheidungen in die Zukunft, damit Sachsen von neuen Technologien profitieren könne und neue Arbeitsplätze entste­hen könnten.

Das Programm muss noch vom Landtag verabschiedet werden. Es sieht unter anderem vor, das Medizinstudium schnell auch in Chemnitz zu etablieren und die bestehende Medizinerausbildung zugunsten der medizinischen Versorgung vor allem im ländlichen Raum weiter aufzustocken. Zudem sollen mehr Mittel in Forschung und Entwicklung investiert werden. Ein Schwer­punkt soll auf der Künstlichen Intelligenz (KI) liegen.

Sachsen wolle Vorreiter bei diesem Zukunftsthema werden und auch international an die Spitze kommen, sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). „Wir haben die besten Voraussetzungen dafür.“ Er verwies auf viele Wissenschaftler an Forschungsinsti­tuten und Hochschulen sowie private Akteure und Unternehmen, die sich mit KI beschäf­tigten.

In den nächsten Monaten solle eine Strategie entwickelt werden, um diese Poten­ziale zu vernetzen und Rahmenbedingungen für ihre Nutzung zu schaffen. „Es ist wichtig, dass wir dieses Potenzial hier im Land behalten“, sagte Gemkow. Der internationale Wettbe­werb sei hart, Sachsen müsse seine Interessen absichern und solle nicht ins Hintertreffen geraten.

Die Basis dafür gebe es bereits. „Wir sind mittendrin und deutschlandweit mit an der Spitze bei dieser Entwicklung.“ Laut Gemkow steckt in dem Thema „eine Riesenchance“ und große Perspektive für die Innovations- und wirtschaftliche Entwicklung.

Das Strukturprogramm sieht zudem den Aufbau eines Zentrums für Arbeit, eine Digital­agentur sowie eine bessere Ausstattung des ÖPNV vor, wie Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte.

15 Millionen Euro mehr sollen etwa für den Straßenbau zur Verfügung gestellt werden. Weitere Maßnahmen betreffen den Strukturwandel in der Autoindustrie – etwa eine Kompetenzstelle zu den Zukunftsthemen Elektromobilität, intelligente Verkehrssysteme und Wasserstoff, einen Branchendialog zum Thema Neue Mobilität sowie Hilfen bei Innovation und Weiterbildung vor allem im Mittelstand.

Es gehe um Zukunftsprojekte, „die schnell greifen und nachhaltig wirken“, sagte Umwelt­minister Wolfram Günther (Grüne). Der Fokus für seine Partei liege auf Arten- und Klima­schutz sowie Nachhaltigkeit, wozu Maßnahmen zur Hochwasservorsorge, die Rückge­winnung von Auenflächen und die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten zugunsten regionaler Erzeuger gehörten.

Laut Kretschmer herrscht mit „Start 2020“ Klarheit über die Arbeit der Regierung, wobei Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehe. Der Umsetzung stehe finanziell nichts im Weg, später könnten auch andere Prioritäten gesetzt werden. „Das alles zeigt, dass wir nicht nur wollen, sondern machen: aus dem Wollen wird nun ein Werden.“ © dpa/aerzteblatt.de

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