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Ärzteschaft

Personalsituation in der OP-Pflege bleibt angespannt

Montag, 27. Januar 2020

/Syda Productions, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Die Personalknappheit ist auch in der OP-Pflege weiterhin ein zentrales Problem, auch wenn sich die Situation leicht entspannt zu haben scheint. Das geht aus dem OP-Barometer 2019 hervor, dessen erste Ergebnisse gerade erschienen sind.

Das OP-Barometer ist eine zweijährige Befragung von Pflegekräften aus der OP- und Anästhesiepflege, die 2019 zum siebten Mal durchgeführt wurde. Sie wird vom Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of Applied Sciences durchgeführt. An der aktuellen Befragungsrunde 2019 nahmen 1.633 Pflege­kräfte teil.

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Danach geben rund 39 Prozent der Befragten an, in ihrem Arbeitsbereich ausreichend Personal zu haben, um die anfallenden Tätigkeiten bewältigen zu können – 2017 waren es mit 28 Prozent noch weniger. Eine Entwarnung bedeutet dies dem ZGWR zufolge aller­dings nicht.

„Auffallend ist, dass es nicht nur quantitative Faktoren sind, die das Thema Personal be­treffen, sondern eben auch vermehrt qualitative Aspekte der Zusammenarbeit und der Wertschätzung des Arbeitsplatzes“, sagte dessen Direktor Thomas Busse.

Diese qualitativen Aspekte signalisieren laut Umfrage gravierende Missstände: 46 Pro­zent der Befragten empfinden danach Konflikte am Arbeitsplatz als erschwerend, und mehr als 52 Prozent meinen, dass das Thema Mobbing an ihrem Arbeitsplatz eine Rolle spielt (gegenüber 38 Prozent in 2017).

Diese Zahlen führen laut Busse zu einer verstärkten Abkehr vom Arbeitsplatz im OP-Be­reich und zu einer weiteren Entfremdung vom jeweiligen Arbeitgeber. „Wenn über 63 Pro­zent angeben, unter einem hohen Krankenstand zu leiden, mehr als 64 Prozent den Ar­beitgeber bei einem guten Angebot wechseln oder weit über 54 Prozent den Beruf nicht mehr im gleichen Krankenhaus ausüben würden, so spricht dies eine deutliche Sprache“, so Busse.

Somit verwundere die Aussage nicht, dass fast die Hälfte der Befragten eine zunehmende Patientengefährdung aufgrund der aktuellen Personalsituation sehen, hieß es aus dem Institut.

Busse weist aber daraufhin, dass es nach Datenlage aus dem OP-Barometer 2019 große Unterschiede im Hinblick auf Personal und Patientengefährdung in den unter­schiedlichen Krankenhäusern zu geben scheint.

„Manche Krankenhäuser haben eben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, andere wohl eher weniger“, so sein Fazit. Er rät daher „genau hinzuschauen, in welchem Krankenhaus man sich operieren lässt“. Fachlich gesehen seien nur rund 63 Prozent der Befragten bereit, sich im eigenen Krankenhaus operieren zu lassen, ergänzte er. © hil/aerzteblatt.de

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