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Ausland

US-Agrarminister kritisiert EU-Verbot von Chlorhühnchen und Hormonfleisch

Dienstag, 28. Januar 2020

/dpa

Brüssel – Die US-Regierung hat die Einfuhrverbote der EU für Chlorhühnchen und Hor­monfleisch kritisiert. Die Vorbehalte der Europäer gegenüber diesen Produkten entbehr­ten „einer soliden wissenschaftlichen Grundlage“, sagte US-Landwirtschafts­minister Sonny Perdue gestern nach einem Treffen mit EU-Handelskommissar Phil Hogan in Brüssel. Mit Blick auf ein mögliches Handelsabkommen sollte die EU demnach ihre Haltung dazu überdenken.

In den USA wird Geflügel häufig mit Chlor behandelt, um krank machende Keime abzu­töten. Wachstumsfördernde Hormone kommen besonders in der Rinderzucht zum Einsatz. Beide Methoden sowie die Einfuhr derartiger Produkte sind in der EU verboten. Befürch­tungen, dass dies mit dem transatlantischen Handelsabkommen TTIP aufgeweicht wer­den könnte, hatten noch 2015 zu Massenprotesten geführt.

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Perdue beklagte eine „Verunglimpfung“ der US-Geflügelproduktion. Tatsächlich werde das Fleisch in Wirklichkeit gar nicht mit Chlor gereinigt: „Im Wesentlichen ist es Essig“ und keinesfalls unsicher, sagte der US-Minister. Auch bei der Hormonbehandlung von Rindern sei wissenschaftlich keine Beeinträchtigung der Lebensmittelsicherheit nachgewiesen.

Allerdings würden die Einfuhrbeschränkungen die Handelsbilanz seines Landes mit der EU verschlechtern, sagte Perdue weiter. US-Präsident Donald Trump ist das transatlan­ti­sche Handelsdefizit der USA ein Dorn im Auge. Seit Monaten droht er deshalb mit Straf­zöllen auf Einfuhren europäischer Autos. Die Aufhebung der Verbote von Chlorhühn­chen und Hormonfleisch nannte sein Landwirtschaftsminister nun als Beispiele dafür, wie die EU Abhilfe leisten könnte.

Brüssel hatte bislang auf ein Industrieabkommen mit den USA gedrängt. Zuletzt war auch die Rede von einer Ausweitung auf die Bereiche Technologie und Energie gewesen. Be­son­ders Frankreich ist aber vehement dagegen, landwirtschaftliche Produkte mit einzu­beziehen. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte heute, „dass wir den landwirtschaftlichen Sektor da gerne raushalten möchten“.

Die EU-Kommission äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht dazu. Ein Kommissions­sprecher hatte zuvor die Handelsgespräche mit Washington als „laufenden Prozess“ be­zeichnet. „Bald“ werde es ein Treffen von Trump und Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen in der US-Hauptstadt geben. © afp/aerzteblatt.de

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