NewsHochschulenNeues europäisch-latein­amerikanisches Forschungsprojekt zu Gallenblasenkrebs
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Neues europäisch-latein­amerikanisches Forschungsprojekt zu Gallenblasenkrebs

Mittwoch, 29. Januar 2020

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Heidelberg – Ein neues europäisch-lateinamerikanisches Forschungskonsortium soll klä­ren, warum Krebserkrankungen der Gallenblase in Südamerika deutlich häufiger auftreten als in Europa. Außerdem geht es darum, Risikomarker zu identifizieren sowie Frühdiag­nos­tik und Prävention zu verbessern.

Sprecher und Koordinator der 13 Partner aus Chile, Peru, Bolivien, Argentinien, Norwe­gen, England, Deutschland und Frankreich ist Justo Lorenzo Bermejo, Leiter der Arbeits­gruppe Statistische Genetik am Institut für Medizinische Biometrie und Informatik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Anzeige

Die Europäische Kommission fördert das Konsortium im Rahmen des „Horizon-2020­“ Programms in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt 4,68 Millionen Euro.

„Gallenblasenkrebs hat ein großes Präventionspotential, denn die Erkrankung entwickelt sich langsam innerhalb von 20 bis 30 Jahren und die Entfernung der Gallenblase ist eine relativ einfache vorbeugende Maßnahme“, erläuterte Bermejo. Allerdings fehle es an Risikomarkern, die zuverlässig anzeigten, bei wem ein solcher Eingriff sinnvoll und gerechtfertigt sei.

Diese Unsicherheit in Kombination mit dem allgemein hohen Risiko für diesen Krebs in Südamerika führe in Chile dazu, dass bei Beschwerden und Gallensteinen schnell – und häufig unnötig – operiert werde, wobei das Gesundheitssystem die Kosten des Eingriffs trage.

Die meist indigene Bevölkerung in ländlichen Gebieten habe aber einen schlechten Zugang zu Diagnostik und Therapie. „Während in den Städten also zuviel operiert wird, sind die ländlichen Regionen unterversorgt“, hieß es aus dem Konsortium.

In den kommenden sechs Jahren wollen die internationalen Forschungsteams daher Risikofaktoren identifizieren und auf ihre Aussagekraft hin bewerten. Dabei werden sie nicht nur Daten zu Lebensstil und genetischer Herkunft von Patienten sammeln, sondern auch nach molekularen Markern im Blut fahnden.

Proben von 15.000 Patienten werden dazu in der bestehenden Heidelberger Liquid Biobank zusammengeführt.

Am Ende soll ein auf mehreren Faktoren fußendes Risikomodell entstehen, das eine möglichst präzise Einschätzung des individuellen Erkrankungsrisikos zulässt. Auch in Deutschland tritt Gallenblasenkrebs auf: Jährlich sterben etwa 1.300 Menschen daran. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. März 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) plädiert dafür, die Versorgung von Krebspatienten mit notwendigen, unter Umständen lebensrettenden Therapien aufrechtzuerhalten. „In
Strahlentherapie onkologischer Patienten im Einzelfall trotz COVID-19 möglich
26. März 2020
Berlin – Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom können künftig eine Behandlung mit Tumortherapiefeldern (TTF) als Kassenleistung erhalten. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA)
Behandlung mit Tumortherapiefeldern wird für Glioblastompatienten Kassenleistung
25. März 2020
Berlin – Viele Krebspatienten sind wegen der Corona-Pandemie besorgt, ob ihre onkologische Therapie derzeit auf optimalem Niveau durchgeführt werden kann. Das berichten die Deutsche Krebshilfe, das
COVID-19: Sorge um Unterversorgung onkologischer Patienten
20. März 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) haben als federführende Fachgesellschaften eine aktualisierte S3-Leitlinie
Aktualisierte S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom vorgestellt
18. März 2020
Göttingen/Berlin – Künstliche Intelligenz (KI) soll Pathologen künftig dabei unterstützen, Tumorzellen rascher und detaillierter zu typisieren. Ein entsprechendes Projekt „Cancer Scout“ haben
Neues KI-Forschungsprojekt für die Typisierung von Tumorzellen in Göttingen
11. März 2020
Berlin – In den ersten zehn Jahren nach Einführung der gesetzlichen Darm­krebs­früh­erken­nung ist die Darmkrebssterblichkeit bei Männern ab 55 Jahren um fast 21 Prozent, bei Frauen dieser Altersgruppe um
Künstliche Intelligenz könnte Vorsorge-Darmspiegelungen künftig noch verlässlicher machen
13. Februar 2020
Leipzig/Jena – Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und das Universitätsklinikum Jena (UKJ) wollen ihre Kräfte bündeln und sich gemeinsam von der Deutschen Krebshilfe als Comprehensive Cancer Center
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER