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Ärzteschaft

Eigenständige Neurointensiv­stationen in Deutschland selten

Dienstag, 28. Januar 2020

/dpa

Jena – Eigenständige Neurointensivstationen sind in Deutschland selten: Nur jedes fünfte Krankenhaus mit einer Abteilung für Neurologie oder Neurochirurgie kann eine solche anbieten. Neurointensivpatienten werden dann in der Regel auf interdisziplinären Inten­siveinheiten behandelt.

Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallme­dizin (DGNI). Die Fachgesellschaft fordert, dass Neurointensivmediziner auch auf den in­terdisziplinären Intensivstationen regelhaft vertreten sein sollten – ebenso wie Spezialis­ten anderer intensivmedizinischer Bereiche.

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Zu den häufigsten Erkrankungen in Neurointensivstationen gehören Schlaganfälle, Blu­tungen im Gehirn oder in den Zwischenräumen des Gehirns, Hirntumore und Schädel-Hirn-Traumata.

Des Weiteren behandeln die Mediziner Infektionen wie bakterielle Hirn­haut­entzündung, Krampfanfälle, die schwer zu durchbrechen sind, Nerven- und Muskelerkrankungen mit schweren Lähmungen, Verletzungen oder Tumore der Wirbelsäule sowie alle Komplika­tionen, die mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen einhergehen.

„Neben der anästhesiologischen, der internistischen und pädiatrischen Intensivmedizin ist die Neurointensivmedizin einer der vier wichtigen Eckpfeiler in der Behandlung Schwersterkrankter“, hieß es aus der DGNI. Laut der Fachgesellschaft ist es in der Intensivmedizin von besonderer Bedeutung, dass sich die verantwortlichen Ärzte und Mitarbeiter auf das Fachgebiet der jeweiligen Partnerdisziplin einlassen.

„Eine monodisziplinäre Intensivmedizin mag weniger fachliche Diskussionen hervorrufen, stellt jedoch nur auf den ersten Blick die einfachere, aber für den Patienten sicherlich eine schlechtere Variante dar“, sagte DGNI-Experte Rainer Kram, Leiter der interdiszipli­nären Operativen Intensivstation am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Bei den sehr aufwendigen strukturellen Herausforderungen für die Intensivmedizin be­darf es aus seiner Sicht einer hauptamtlichen intensivmedizinischen Leitung, die aus­schließlich intensivmedizinisch arbeitet. Diese Leitung sollte im fachlich interdisziplinä­ren Kontext arbeiten, unabhängig von welcher Fachdisziplin diese ursprünglich stamme. © hil/aerzteblatt.de

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