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AOK Plus verlängert Modellvorhaben Protonentherapie an Uniklinik Dresden

Dienstag, 28. Januar 2020

Behandlungseinheit zur Protonentherapie im Uniklinikum Dresden /dpa

Dresden – Versicherte der AOK Plus aus Sachsen und Thüringen können bei speziellen onkologischen Erkrankungen weiterhin die Protonentherapie am Universitätsklinikum Dresden nutzen. Die Krankenkasse hat den Vertrag für dieses Modellprojekt jetzt um drei Jahre verlängert.

Bekanntlich erfolgt die herkömmliche Strahlentherapie mit Röntgen- und Gammastrahlen mit Photonen, die in der Regel den gesamten Körper durchdringen und dabei auch das Gewebe vor und hinter dem Tumor schädigen. Außerdem kommt es im Gewebe zur Streu­strahlung, die einen Kollateralschaden außerhalb des Strahlenfeldes verursachen kann.

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Die Protonentherapie vermeidet diese Nachteile. Zum einen werden die von einem Teil­chen­beschleuniger auf bis zu 60 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Pro­to­nen nicht aus ihrer Richtung abgelenkt. Zum anderen ist die Eindringtiefe begrenzt. Der Bereich hinter dem Tumor bleibt unbelastet.

Außerdem ist die Wirkung infolge eines physikalischen Effektes am Ende der Brems­strecke – und damit nach Möglichkeit am Ort des Tumors – am höchsten.

Für die wissenschaftliche Auswertung der Therapie ist die Datenlage laut der Kranken­kasse noch nicht ausreichend, einerseits auf Grund der geringen Patientenzahlen, ande­rer­seits wegen der noch zu kurzen Nachbeobachtungszeit. Die Kasse bietet ihren Versi­cherten die Therapie daher als Modellprojekt an.

„Wir wollen unseren Versicherten in beiden Ländern diese innovative Behandlungs­me­thode weiterhin anbieten, die in Ostdeutschland ansonsten nur an der Berliner Charité vorgehalten wird“, sagte Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus.

Darüber hinaus wolle man mit der Vertragsverlängerung um drei Jahre auf die maximal mögliche Laufzeit eines Modellvorhabens die hiesige Universitäts­medizin und -forschung dabei unterstützen, den therapeutischen Nutzen dieser Behand­lungsform zu evaluieren. Das Zentrum der Universitäts ProtonenTherapie Dresden (UPTD) hat seine Arbeit 2014 aufgenommen. © hil/aerzteblatt.de

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