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Lunapharm will erneut Schadenersatz vom Land Brandenburg

Dienstag, 28. Januar 2020

/dpa

Potsdam – Der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm hat im Fall um angeblich gestohlene Krebsmedikamente erneut Schadenersatz vom Land Brandenburg gefordert. Am 15. Januar ging die Forderung beim Landesamt für Gesundheit ein, wie das Gesund­heitsministerium heute auf Anfrage mitteilte.

Es ist damit bereits der dritte Antrag auf Schadenersatz, die der Pharmahändler gegen das Land gestellt hat. Nach Angaben von Lunapharm fordert das Unternehmen insgesamt rund 60 bis 70 Millionen Euro. Zwei Forderungen seien bereits abgelehnt worden, die dritte werde derzeit geprüft, hieß es vom Ministerium.

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Das Landesgesundheitsamt hatte Anfang 2019 Lunapharm die Herstellung von Arznei­mitteln und den Handel damit verboten. Daraufhin hatte das Unternehmen beim Ver­waltungsgericht Potsdam beantragt, den Vollzug dieser Verbote auszusetzen. Eine Ent­scheidung soll nach Angabe des Gerichtes noch im Februar fallen. Daneben legte Luna­pharm Widersprüche beim Landesamt gegen die Verbote ein, die derzeit noch geprüft werden, wie das Ministerium mitteilte.

Über den Fall um möglicherweise illegalen Handel mit Krebsmedikamenten hatte das ARD-Magazin „Kontraste“ im Juli 2018 berichtet. Die damalige Landesgesundheits­minis­terin Diana Golze (Linke) hatte im August 2018 zurücktreten müssen, weil das Landes­ge­sundheitsamt angeblich trotz frühzeitiger Hinweise auf einen illegalen Handel nicht eingeschritten sein soll.

In einem Interview mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten sagte Gesundheitsmini­sterin Ursula Nonnemacher (Grüne), dass sich nicht mehr rekonstruieren lasse, ob Pa­tienten tatsächlich wirkungslose Krebsmedikamente bekommen haben.

„Wichtig ist, dass aus dem Fall Konsequenzen gezogen wurden.“ So seien inzwischen die Stellen zur Verstärkung in der Arzneimittelaufsicht besetzt und eine Innenrevision einge­richtet worden. Lunapharm bestreitet weiterhin, je mit illegalen oder unwirksamen Krebs­medikamenten gehandelt zu haben. © dpa/aerzteblatt.de

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