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Medizin

Teratogenität von Modafinil bestätigt

Mittwoch, 29. Januar 2020

Bauch einer Schwangeren /falonkoontz, stockadobecom
/falonkoontz, stockadobecom

Odense/Dänemark – Die Einnahme des Psychostimulans Modafinil in der Schwangerschaft hat in einer bevölkerungsbasierten Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2020; 323: 374-376) das Risiko von Fehlbildungen verdreifacht. Die Studie bestätigt eine im letzten Jahr in einem Rote-Hand-Brief veröffentlichte Warnung.

Modafinil wurde 1988 zur Behandlung der exzessiven Schläfrigkeit zugelassen, unter der Patienten mit Narkolepsie leiden. Inzwischen wird es häufiger Off-Label bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder bei der Multiplen Sklerose eingesetzt. Modafinil wird außerdem als Partydroge missbraucht.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen Modafinil während der Schwangerschaft einnehmen, obwohl seit längerem davon abgeraten wird. Per Damkier von der Universitätsklinik in Odense konnte durch den Abgleich verschiedener Patientenregister in den Jahren 2004 bis 2017 insgesamt 49 Fälle ermitteln, in denen Frauen trotz Schwanger­schaft Modafinil eingenommen hatten. 6 der exponierten Kinder (12 %) wurden mit schweren Fehlbildungen geboren. In einer Vergleichsgruppe von Kindern, deren Mütter Methylphenidat (Ritalin) eingenommen hatten, das nicht als teratogen eingestuft wird, kam es bei 963 Schwangerschaften zu 43 Fehlbildungen (4,5 %). Unter den übrigen nichtexponierten Kindern betrug die Häufigkeit 2,7 %.

Damkier ermittelt für den Vergleich von Modafinil eine adjustierte Odds Ratio von 3,4, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,2 bis 9,7 signifikant war. Im Vergleich zu den nichtexponierten Kindern betrug die Odds Ratio 2,7 (1,1 bis 6,9). Die Studie bestätigt damit den Verdacht, dass Modafinil teratogen ist und deshalb in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollte. © rme/aerzteblatt.de

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