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Politik

Innovationsfonds fördert Leitlinienprojekte zu vier Themenschwerpunkten

Donnerstag, 30. Januar 2020

/weyo, stock.adobe.com

Berlin – Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) wird im laufen­den Jahr Leitlinienprojekte mit den Themenschwerpunkten Seltene Erkrankungen, psychi­sche Erkrankungen, Infektionskrankheiten und komplexe Versorgung fördern.

Damit kommt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) den Vorgaben des Digitale-Ver­sorgung-Gesetzes (DVG) nach. Dieses beinhaltet die Fortführung des Innovationsfonds vom Jahr 2020 bis 2024 mit einer jährlichen Fördersumme von 200 Millionen Euro. Das Ende 2019 verabschiedete DVG sieht vor, dass der Bund die Erstellung hochwertiger me­di­zinischer Leitlinien finanziell unterstützt.

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Die Finanzspritze erfolgt dabei über zwei Kanäle: Zum einen fördert der G-BA-Innova­tionsfonds die Erstellung oder Aktualisierung kompletter Leitlinien, zum anderen werden bei einzelnen klinisch relevanten Frage­stellungen in Leitlinien auch Evidenz­recherchen des Institutes für Qualität und Wirt­schaft­lichkeit in der Medizin (IQWiG) unterstützt.

„Literaturrecherchen für Leitlinien sind besonders arbeitsaufwendig“, unterstrich Ina Kopp, Leiterin des Instituts für Medizinisches Wissensmanagement bei der Arbeits­ge­meinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF-IMWi). Deshalb sei die Einbindung des IQWiG sehr zu begrüßen.

Die Beauftragung des IQWiG legt das BMG ebenso wie die zu fördernden Themenschwer­punkte fest. Die AWMF kann jedoch konkrete Fragestellungen für Literaturrecherchen anregen und soll zudem für die Bewilligungsjahre bis 2024 Vorschläge für weitere The­men­­schwerpunkte vorlegen.

„Die AWMF wird dazu zeitnah mit den Fachgesellschaften einen Konsens suchen“, er­läuterte AWMF-Präsident Rolf Kreienberg. Dabei würden bewährte Priorisierungskrite­rien wie Verbesserungsbedarf der Versorgung oder individuelle Krankheitslast zugrunde ge­legt.

Darüber hinaus forderte die AWMF das BMG jedoch nachdrücklich auf, zudem auch eine themenoffene Förderung zu ermöglichen. „Weder das BMG noch die AWMF sind in der Lage, aufgrund rein formaler Kriterien die für Patienten wirklich relevanten Bedarfe für hochwertige Leitlinien zu identifizieren“, konstatierte der AWMF-Präsident.

Deshalb müssten zusätzlich zu den Themenschwerpunkten mindestens 20 Prozent the­menoffene Anträge zugelassen werden, wie es auch bei den Forschungsanträgen des Innovationsfonds der Fall sei.

Das BMG erwartet bis Ende März 2020 die ersten Vorschläge für Evidenzrecherchen. Die AWMF will die Fachgesellschaften dazu umgehend befragen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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