NewsÄrzteschaftApprobationsordnung: Psychotherapeuten wollen Präzisierungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Approbationsordnung: Psychotherapeuten wollen Präzisierungen

Mittwoch, 29. Januar 2020

/pressmaster, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) drängt auf eine zügige Verabschiedung der Approbationsordnung für Psychotherapeuten. „Ein akademischer Heilberuf braucht die Breite an wissenschaftlicher und praktischer Qualifizierung. Beides ist hier enthalten“, sagt der Bundesvorsitzende Gebhard Hentschel zu dem Entwurf, den das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium am 17. Oktober 2019 vorgelegt hat.

Die Universitäten benötigten Zeit zur Gestaltung der Studiengänge und Anpassung der Prüfungsordnungen, um wie vorgesehen im Wintersemester 2020/21 beginnen zu können. Die Approbationsordnung müsse deshalb zügig verabschiedet werden, erklärte Hentschel. Der Bundesrat soll am 14. Februar über die Approbationsordnung abstimmen.

Anzeige

Mit dem Gesetz zur Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung, das der Bundestag am 26. September 2019 beschlossen hat, wird es Abiturienten ermöglicht, künftig direkt ein Universitätsstudium der Psychotherapie zu absolvieren.

Die Approbation kann nach einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung künftig bereits nach dem Studium, aufgeteilt in ein polyvalentes dreijähriges Bachelor- und ein zwei­jähriges Masterstudium, beantragt werden. Anschließend kann eine Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten absolviert werden.

Prüfungskommission soll aus Psychotherapeuten bestehen

Die DPtV fordert noch eine Änderung im Detail beziehungsweise in Paragraf 25 der Ap­pro­bationsordnung. Dieser sieht vor, dass die Prüfungskommission für die psychothera­peu­tische Prüfung auch aus Fachärzten „mit einer einschlägigen Weiterbildung“ besteht.

„Das ist befremdlich“, kritisiert Bundesvorsitzender Hentschel. Nur Angehörige der Berufs­gruppe seien in der Lage, die zu erwerbende Fachkompetenz inhaltlich richtig einzu­schät­zen und entsprechend zu bewerten.

Nach Ansicht der DPtV sollte in der Approbationsordnung präzisiert werden, dass bei den während des Studiums vorgesehenen berufsqualifizierenden praktischen Tätigkeiten Pa­tientenbehandlungen in unterschiedlichen wissenschaftlich anerkannten Verfahren statt­finden müssten. Die Anleitung durch entsprechend weitergebildete Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sollte verbindlich vorgeschrieben werden.

Gesamte Breite der Psychotherapie im Studium lehren

Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefen­psychologie(DGPT) hatte vor kurzem darüber hinaus kritisiert, in dem Entwurf der Appro­ba­tionsordnung fehlten verbindliche Vorgaben dafür, dass das Fachgebiet der Psychothe­rapie in seiner gesamten Breite im Studium vertreten ist.

Das Fachgebiet müsse durch Dozenten und Hochschullehrer gelehrt werden, die über die Fachkunde oder eine Weiterbildung in psychoanalytischer, tiefenpsychologisch fundierter, systemischer und verhaltenstherapeutischer Psychotherapie verfügten.

„Es ist nicht akzeptabel, dass verhaltenstherapeutisch ausgebildete Hochschullehrer auch die anderen Verfahren unterrichten“, schreibt der DGPT-Vorsitzende Georg Schäfer in ei­nem Kommentar in PP. Damit würde die einseitig verhaltenstherapeutische Lehre an den Universitäten weiter fortgeschrieben. © PB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Februar 2020
Berlin – Der Bundesrat hat die Approbationsordnung für Psychotherapeuten abgesegnet. Das hat erneut Kritik einer Reihe von Fachverbänden ausgelöst. Die Debatte ist noch nicht beendet. Nach Ansicht der
Psychotherapie: Verhaltenstherapeutische Ausrichtung befürchtet
18. Februar 2020
Stuttgart – Fehlende Finanzierungsregelungen und der Mangel an qualifizierten Sprachmittlern sind Hauptprobleme bei der ambulanten Psychotherapie von Geflüchteten. Das berichten die Landesärzte- und
Psychotherapie für Geflüchtete: Sprachmittlung ist ein Problem
14. Februar 2020
Berlin – Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung dem Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu einer Approbationsordnung für Psychotherapeuten mit eigenen Änderungen zugestimmt.
Bundesrat stimmt Approbationsordnung für Psychotherapeuten zu
20. Dezember 2019
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat gestern in seiner Sitzung ein elf Jahre dauerndes Verfahren eingestellt. Dabei handelt es sich um ein 2008 begonnenes Beratungsverfahren zu den
Psychotherapie: Beratungsverfahren zu anerkannten Richtlinienverfahren eingestellt
29. November 2019
Berlin – Internetgestützte und mobilbasierte Diagnostik- und Interventionsmöglichkeiten finden in der Psychiatrie zunehmend Verbreitung. Häufig handelt es sich dabei um Angebote zur Selbsthilfe und
Psychiatrische Patienten können von Apps profitieren
27. November 2019
Lübeck – Die Verankerung von mehr Geschichte, Theorie und Ethik in dem Entwurf für eine Approbationsordnung des neuen Psychotherapiestudiums fordern die Akademie für Ethik in der Medizin, der
Mehr historische, theoretische und ethische Inhalte im Psychotherapiestudium gefordert
6. November 2019
Salt Lake City – Meditation/Achtsamkeit, Hypnose, Entspannungsübungen, Suggestion, imaginative Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie können eine Behandlung von akuten und chronischen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER