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Gefäßchirurgie: Bundeswehr informiert über Versorgung von Anschlagsopfern

Mittwoch, 29. Januar 2020

/dpa

Bochum – Um Deutschlands Gefäßchirurgen besser auf die Versorgung von Anschlags­opfern vorzubereiten, sollen Bundeswehrspezialisten ihnen nun neue Behandlungstech­niken vermitteln.

„Wir haben zwar eine der größten Gefäßchirurgien des Landes, aber wenn es zu einem Massenanfall von Schuss- oder Explosionsverletzungen käme, wären wir hilflos“, sagte Achim Mumme, Leiter der Gefäßchirurgie des Katholischen Klinikums der Ruhr-Univer­sität Bochum (RUB).

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Deshalb hat der Kongresspräsident des westdeutschen Gefäßsymposiums Bundeswehr­ver­treter eingeladen, ihre Erfahrungen beim Einsatz in Kriegsgebieten Anfang Februar mit den Kongressteilnehmern zu teilen.

Mit Schuss- oder Explosionswunden haben deutsche Kliniken wenig zu tun und sind Mumme zufolge deshalb für deren Versorgung auch nur unzureichend ausgebildet. So habe jeder Streifenwagen zwar Tourniquets an Bord, mit denen man verletzte Gliedma­ßen abbindet, um ein Verbluten zu verhindern.

Da das verletzte Körperteil dadurch aber komplett von der Durchblutung abgeschnitten sei, sterbe es irgendwann ab und müsse amputiert werden. Bei einer großen Menge an Verletzten seien deutsche Klinik vermutlich nicht in der Lage, sämtliche Amputationen zu vermeiden, glaubt Mumme.

Die Bundeswehr, die in Krisengebieten mitunter auch die Zivilbevölkerung nach Angriffen versorgt, verfüge dagegen über neue Methoden und Techniken, um mit dem massenhaf­ten Anfall solcher Verletzungen fertig zu werden. Dabei griffen die Spezialisten zum Bei­spiel auf spezielle Gefäßumleitungen (Shunts) zurück.

Diese verschafften den Helfern ausreichend Zeit, um verletzte Soldaten nach Deutschland in Bundeswehrkliniken zu fliegen und dort zu operieren. „Diese neuen Möglichkeiten sind äußerst hilfreich, aber man muss ihre Anwendung lernen“, so Mumme. Das Gefäßsympo­sium soll dafür die ersten Weichen stellen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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