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Werbung verführt Schüler zu E-Zigarette und Shisha-Pfeife

Donnerstag, 30. Januar 2020

/Eberhard Hahne

Kiel – Bei Schülern mit häufigem Kontakt zu Werbung für E-Zigaretten verdoppelt sich binnen Jahresfrist das Risiko, mit dem Dampfen anzufangen. Dies geht aus dem Präven­tionsradar der DAK-Gesundheit und des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsfor­schung (IFT-Nord) hervor.

Demnach steigt nach häufigem Werbekontakt die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche innerhalb eines Jahres zur E-Zigarette greifen, um 95 Prozent. Das Risiko für das Shisha-Rauchen verdreifache sich. Auch klassische Zigaretten würden durch Werbung für moder­ne Rauchprodukte attraktiv.

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Die Untersuchung der DAK-Gesundheit und des IFT-Nord basiert auf Aussagen von gut 4.500 Schülern im Schuljahr 2016/2017 und ein Jahr später.

Der Krankenkasse zufolge zeigt die Auswertung erstmals, wie stark gehäufte Werbekontakte bei Schülern der 5. bis 9. Klasse das Risiko erhöhen, E-Zigaretten zu dampfen. Zu den Befragten aus sechs Bun­desländern gehörten auch Schüler aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpom­m­ern. Das Durchschnittsalter betrug 13 Jahre.

Den Angaben zufolge zeigte die zweite Erhebung, dass von den Schülern ohne Werbe­kontakte jeder Zehnte das Dampfen ausprobiert hat. Bei den Mitschülern mit vielen Wer­be­kontakten (zehn oder mehr) waren es doppelt so viele. Aus zwei TV-Werbungen und einer Online-Werbung gezogene Standbilder waren den Schülern präsentiert worden.

„Der negative Effekt von Werbung für E-Zigaretten auf Jugendliche ist nachweislich grö­ßer als bislang angenommen“, sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Es sei wichtig, dass die Politik über ein Werbeverbot für E-Zigaretten nachdenke.

Die Umfrage ergab zudem, dass mit E-Zigaretten-Werbung auch das Risiko des Konsums traditioneller Zigaretten und von Shisha-Pfeifen stark steigt.

„Jugendliche mit viel Kontakt zu E-Zigaretten-Werbung sind möglicherweise besonders empfänglich für den Shisha-Konsum“, sagte Institutsleiter Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord. Wegen beigemischter Geschmacksrichtungen seien beide Produkte in der Wahrneh­mung der jungen Konsumenten sehr ähnlich.

„Werbung wirkt – und das ganz besonders auf Minderjährige“, erklärte die Drogenbeauf­trag­ten der Bundesregierung, Daniela Ludwig. Die Untersuchung über die Werbewirkung von E-Zigaretten belege: „Je häufiger Kinder und Jugendliche Werbung für E-Produkte sehen, umso häufiger fangen sie an zu ,vapen`.“ Es sei also absolut notwendig gewesen, E-Zigaretten ins Tabakaußenwerbeverbot einzubinden.

Die Umfrage beziehe sich auf Werbeformen für E-Zigaretten, die seit 2016 in Deutschland verboten seien, erklärte das Bündnis für Tabakfreien Genuss, ein Zusammenschluss klei­ner und mittelständischer Unternehmen der Branche. „Daraus abgeleitete Folgerungen betreffen die aktuelle Situation nicht.“

Werbung für E-Zigaretten sei nur noch eingeschränkt möglich; die Bundesregierung wolle sie ab 2024 komplett verbieten. Zudem nutzten Jugendliche laut Drogen- und Suchtbe­richt der Bundesregierung E-Zigaretten nur sehr selten. Es gebe aktuell keinen Grund, von einer erhöhten Gefährdungslage Jugendlicher durch E-Zigaretten auszugehen. © dpa/aerzteblatt.de

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